Letzten Mittwoch hatte ich also die finale Prüfung dieses Jänners, was heißt, dass die Semesterferien offiziell begonnen haben. (Dass nächsten Dienstag noch eine ist, wollen wir jetzt einmal getrost ignorieren.)
Zur Feier des Tages erkundete ich erstens mit dem Felix und meinem Altvorderen die neue Wohnung, für die wir derzeit einen Haufen Sachen selber aussuchen müssen (mehr dazu ein andermal); zweitens traf ich die Entscheidung, mit keinen Wii zu kaufen und stattdessen zum Saturn zu marschieren und in ein, zwei neue Spiele für meine Playstation 2 zu investieren (auch dazu sei auf irgendwann später verwiesen).
Und so geschah es auch.
Beim Verlassen des Gerngroßen hab ich es mir allerdings nicht verkneifen können, die Microsoft-Filiale im Erdgeschoss desselbigen zu besuchen. Für die, die's noch nicht wissen: Microsoft hat sowohl Vista als auch Office 2007 jetzt auch für Endkunden herausgebracht, und macht dafür an prominenter Stelle Werbung, mit großen Postern und Sony-Vaio-Laptops als Vorführgeräte.
Das Witzige daran war, dass sowohl die Packerl glänzten als auch die Software einwandfrei funktionierte, nur (leichter Schönheitsfehler) die Vorführenden waren nicht kompetent genug, um sogar mittelleichte Fragen der teils wissbegierigen, teils gemein in die Ecke treibenden Zuschauerschaft zu beantworten. Wie sich nachher herausgestellt hat, waren sämtliche Vorführenden (an die 5 Leute im Studentenalter, oder so) kurzfristig eingestellte Mitarbeiter der Telekom, und die drei dem Vernehmen nach auch anwesenden Microsoft-Mitarbeiter waren offensichtlich mit Wichtigerem beschäftigt.
Eigentlich ist das ziemlich unverantwortlich von Microsoft. Der sympathische junge Mann, der zuerst Office vorgeführt hatte, konnte gerade mal zwei Verbesserungen in Vista herzeigen: Das Eine war die neue Überall-Suchfunktion von Vista, die nicht nur nach Dateien, sondern auch nach Emails, Startmenü-Einträgen, Systemsteuerungsmodulen usw. sucht - gibt es allerdings auf dem Mac schon lange und in Linux auch schon eine schöne Zeitlang (auch wenn sie noch nicht überall standardmäßig installiert ist). Das Andere waren die ach so putzigen 3D-Desktop-Effekte, allen voran die neue Funktion zum Fenster-Wechseln, bei der alle Fenster leicht schräg liegend hintereinander gestaffelt werden.
Und das war's dann mit den Neuerungen, über die der Telekom-Mensch berichten konnte - wenn ich es nicht eh besser wüsste, würde ich meinen, dass Microsoft in 5 Jahren Entwicklungszeit - XP ist von 2001 - mehr zusammenbringen sollte. Natürlich steckt in Vista noch mehr drinnen, z.B. ein leicht verbessertes Sicherheits-System, ein massiv überarbeitetes DirectX (die Microsoft-Schnittstelle für Spieleprogrammierer; dafür wird die ebenso etablierte plattformunabhängige OpenGL-Schnittstelle in Vista umso unfreundlicher behandelt), Usability-Verbesserungen im Explorer und sonst auch, zentrale Organisation der installierten Spiele, eine "Sidebar" für Mini-Programme wie beispielsweise eine größere Uhr oder Wettervorhersagen oder RSS-Feeds, und natürlich das bedingungslose Befolgen von Hersteller-Einschränkungen für Audio und Video (Jakoblog berichtete!).
Nur mit dem Wissensstand einer kurzen Einschulung kann man natürlich nicht gegen Fragen ankommen wie z.B. "Warum braucht Vista dreimal mehr Performance wie XP?" oder "Abgesehen von den grafischen Spielereien, welchen Grund hab ich, ein gut laufendes System upzugraden?". Bei ein paar Fragen musste ich selber mit anpacken, um dem armen Vorführer aus der Klemme zu helfen und Vista vor falschem Unrecht zu bewahren. (Hey, wirklich!)
Immerhin gibt's genug Bösartigkeiten von Microsoft, dass es unfair wäre, wenn das neue Betriebssystem wegen schlecht erklärter Kleinigkeiten ein schlechtes Image kriegt. Das sollen schon die richtigen Probleme anrichten, bitte. Um zu der mickrigen Performance der Microsoft'schen Gerngroß-Außenstelle eine professionelle Hilfestellung gegenüber zu stellen, empfehle ich folglich das (hihi) Windows Vista Upgrade Decision Flowchart.
Schönen guten Abend.
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