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Musik, Musik, Google, und neue Frisuren

Ok, ok, ganz kurz. Weil ich schon wieder so lange nicht geschrieben hab. Diese Möglichkeit bietet sich aus dem seltenen Ereignis, dass ein Wochenende ganz ohne weitere terminliche Verpflichtungen tatsächlich passiert (!) und inzwischen natürlich schon wieder Stoff für drei bis fünf Blogeinträge gewesen wäre. Stattdessen also ganz kurz.

Eins: Musik, Musik

Der April war das diesjährige Monat der Konzerte, und zwar solche mit meiner Mitwirkung. In schnöder chronologischer Reihenfolge:

  • Bigband-Konzert am 11. April im Neckenmarkter Pfarrheim. Featuring mich als Jazzpianist, mit verbocktem Improvisations-Solo, sonst aber ganz gut gelungen.
  • (Das Konzert am 12. April mit Swivel Music im Porgy musste ich leider aufgrund der zwei zeitlich extrem naheliegenden Konzerte absagen, das haben sie dann ohne mich gespielt - aber ich hab inzwischen den Mitschnitt!)
  • Frühlingskonzert des Musikvereins, 1. Auflage, am 13. April in Horitschon beim Lazer. Featuring mich als Ersatztubist, oder besser Ersatz-E-Bassist, weil ich nämlich (noch) nicht Tuba spielen kann.
  • Frühlingskonzert, 2. Auflage, am 20. April im Pfarrheim Neckenmarkt.
  • Konzert mit Slow Mood am 23. April, im Rahmen des Jazzfest Brno im Lokal "Fleda". Bis auf eine vom Veranstalter schlecht organisierte Übernachtungsmöglichkeit für die Musiker war das Ganze sehr schön und professionell organisiert, außerdem sind wir nicht nur als Audio sondern auch visuell (inkl. lässige Effekte) mitgeschnitten worden, dann hab ich meine berüchtige Visage beim In-die-Tasten-Hauen sogar auf Video. Yay!

Plus Proben für jedes von denen, zuzüglich andere Aktivitäten wie Tennisplatz herrichten oder Feuerwehrinspizierung. Insofern hat mich das jetzige "leere" Wochenende total kalt erwischt - im wahrsten Sinne des Wortes, weil ich nämlich eh grad von einer Erkältung genese.

Zwei: Google

Die Selektier-Phase des Google Summer of Code ist vorbei, und ich hab nicht nur kräftig mitdiskutiert sondern auch einen (sogar burgenländischen) Studenten abgekriegt, den ich übern Sommer als Mentor betreuen darf. Mehr Info in der (drupal-spezifischen) Ankündigung.

Drei: Neue Frisuren

Gibts schon seit 10 Monaten, habs aber erst jetzt gesehen: "My New Haircut", auf YouTube. Das ist an sich schon witzig, aber richtig gut wird's erst durch die zig Videoantworten, die das Ganze nochmal durch den Kakao ziehen. Ich hab mir nur ein paar davon angeschaut, meine Favoriten bisher:
My New Haircut - Asian Edition,
My New Haircut - Senior Citizen Edition, und natürlich
My New Haircut - Nerd Edition.
Jägerbombs!

Neon Genesis Evangelion und die Folgen

Ja, meine psychische Verfassung war schon mal besser. Ja verdammt, ich bin immer noch im Melancholie-Modus. Nicht mehr so stark wie vor einer Woche, aber immer noch.

Letzte Woche war ich fabelhaft unproduktiv. Große Teile des Montags und Dienstags sind dafür draufgegangen, die total faszinierende Anime-Serie Neon Genesis Evangelion (26 halbstündige Folgen) fast am Stück anzuschauen. Gleich vorweg: ja, das war es wert, und die Serie ist nicht umsonst Kult. Aber sie hat mich arg mitgenommen.

Wie in vielen japanischen Machwerken spinnt sich die Story um einen leicht asozialen Burschen, der mit seinen Mitmenschen und vor allem mit sich selbst wenig anfangen kann und außerdem von einem Vater-Sohn-Komplex der anerkennungssuchenden Natur geprägt ist. Des weiteren drei Mädels mit andersartigen, aber großteils ebenso ausgeprägten Persönlichkeitsstörungen. Und wie es das Schicksal so will, müssen die zusammen die Welt vor einfallenden Riesenmonstern, genannt "Angels", retten, und zwar vom Hauptquartier einer Geheimorganisation aus, die vom Vater des Protagonisten geleitet wird.

Ich will erst gar nicht probieren, den komplexen Plot zu erklären, man muss es einfach selber gesehen haben. Jedenfalls setzt die Serie speziell in den späteren Folgen einen Schwerpunkt auf die Psyche der Charaktere, deren Beziehungen zueinander, und die Unmöglichkeit der menschlichen Existenz. Neon Genesis Evangelion ist von tiefenpsychologischen Elementen und christlich-jüdischen Symbolen durchzogen, dass es ärger nicht mehr geht. Und wirft die essentiellen Fragen wieder auf:

Wie kann ich glücklich sein? Definiere ich mich nur durch meine Umwelt, oder kann ich auch für mich allein stehen? Wie kann ich mich mitteilen? Werde ich geliebt? Ist alles Dasein nur von Leid geprägt; bin ich es wert, auf der Welt zu sein?

Nun neige ich dazu, mich völlig in einer guten Geschichte zu verlieren, und umso mehr, wenn den Protagonisten die gleichen Probleme und Unsicherheiten plagen wie mich selber. Zugegebenermaßen, mein Vater ist kein gefühlskalter Eiszapfen (...zumindest nicht immer), ich bin nicht mehr 14, und muss nicht als Pilot einer mächtigen Riesenkreatur die Welt retten. Aber das Identifikationspotential ist groß, und die Serie hat mich echt mitgenommen. Die Zweifel, was ich mit mir selber anfangen soll, waren überwältigend, und sind bis zu einem gewissen Grad immer noch da.

Hinzu kommt, dass ich die letzten paar Folgen spätnachts am Dienstag geschaut hab, so spät, dass ich dann gleich ohne zusätzlichen Schlaf bis zum Mittwoch aufgeblieben bin. Was meiner Konstitution natürlich auch nicht unbedingt förderlich war. Sprich, ich hab mich erst Donnerstag Nachmittag wieder gefangen, und da war die Studienwoche schon fast aus.

Heute hab ich mir dann noch das alternative Ende der Serie, The End of Evangelion, gegeben - das war auch packend, aber das Schlimmste hatte ich eh schon hinter mir. Der Soundtrack ist übrigens auch fast durchgehend exzellent - bestätigt wieder mal meine hohe Meinung von der Gattung der Computerspiel-Hintergrundmusik- und Filmkomponisten.

Da fallen durchaus sehenswerte, aber weniger in die Tiefe gehende Filme wie Spiderman 3, ebenfalls am vorigen Montag im Kino gesehen, kaum mehr ins Gewicht. In nächster Zeit will ich mir jedenfalls den Fluch der goldenen Blume anschauen, das darf ich auf keinen Fall auslassen. Ansonsten hoffe ich mal, dass derart intensive Videovergnügen fürs erste einmal genug sind, und ich mich diese Woche wieder mehr aufs Studieren und Arbeiten konzentrieren kann.

Video galore

Also mit meinen News bin ich Wochen, wenn nicht einen ganzen Monat, hintennach. Das hindert mich aber nicht im Geringsten, trotzdem andere Dinge zu veröffentlichen als die lachhaft lange Liste an immer noch berichtenswerten Neuigkeiten Artikeln, die sich in meiner Warteschlange stapelt. Diesmal also Videos, alle auf Englisch übrigens.
Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika George W. Bush ist omnipräsent, und quasi jeder seiner Auftritte unheimlich sympathisch und von subtilem Humor geprägt. Hier zwei Links auf eine Rede über den Klimawandel (danke Mike) und eine präsidiale Interpretation von Sunday Bloody Sunday.
BBC World über Open Source BBC entwickelt nicht nur den vielversprechendsten Video-Codec, der sich patentrechtlich unbedenklich von freier Software implementieren lässt (Dirac), sondern hat auch vergangenes Jahr eine Doku über Open Source / Freie Software gedreht, und diese kürzlich veröffentlicht. Das Ganze nennt sich "The Codebreakers" und ist auf dieser Seite in vier Formaten downzuloaden. Die Ogg- und WMV-Downloads sind relativ klein (90 bzw. 60 MB), aber dafür kann man die Namen der Interviewten und sonstige Untertitel fast nicht mehr lesen. Und eineinhalb Gigabyte für die DVD-Version sind auch ein bisschen viel, deshalb empfehle ich die M4V-Version mit 225 MB. Warum ihr euch das überhaupt anschauen sollts? Weil es (vor allem am Anfang) eine echt gute Erklärung ist, was Open Source / Freie Software ist, wie es funktioniert, warum es Sinn macht, usw., also vieles von dem, was ich früher oder später eh als "Zusammenfassung" in dieses Blog packen wollte. (Vielleicht mach ich's irgendwann eh noch.) Nach der allgemeinen Zusammenfassung haben sie dann ein paar Fallbeispiele, die vor allem zeigen, dass Open Source nicht wirklich so ein Nischenphänomen ist, wie es oft den Anschein hat. Meiner Meinung sind sie bei den Fallbeispielen ein bisschen zu viel auf die Kosteneinsparungen und zu wenig auf die anderen Vorteile eingegangen, die durch die Freiheit des Codes verursacht werden. Vor allem für den Felix, aber auch für alle anderen eine Anschau-Empfehlung.
"My Humps" als Alanis Morissette Coverversion Hab ich von Jeff Waugh, und besser als der kann ich's auch nicht sagen:

Can you use "Tori" as a verb? I hope so: Alanis completely Tories Fergie in this cover of "My Humps", but for the satire, not the tribute. Awesome!

Schauen, hören und genießen :-P "My Humps" auf YouTube
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