Seit vorigen Donnerstag gibt's
das neue Kubuntu (mit KDE-Desktop) - Codename "Feisty Fawn", also lebhaftes Rehkitz - zum Downloaden, und ganz nebenbei ist auch eine
neue Version von Ubuntu (mit GNOME-Desktop) erschienen. (Im Übrigen lauft die Ubuntu-Website seit kürzerem auf Drupal. Grins.)

Dazu muss gesagt werden, dass 2007 wie immer das Jahr des Linux-Desktops ist ;) ...nein, aber wirklich, ich finde es interessant, an welchem Knackpunkt sich die Stimmung bezüglich Betriebssystemen zurzeit befindet.
Nehmen wir z.B. denStandard.at als Medium zwischen Fach- und Allgemeinjournalismus her: dort wurden kürzlich zwei Artikel veröffentlicht, mit den schönen Titeln
"'Feisty Fawn': Das beste Ubuntu, das es je gab" und
"Baustelle Windows Vista" (Untertitel "Neue Windows-Version noch immer mit vielen Fehlern - Fehlende Gerätetreiber, absurde Fehlermeldungen und penetrante Sicherheitsabfragen") - von der c't abgeschrieben, versteht sich :P
Es sind aber nicht nur die Medien, mein Eindruck ist, dass die Allgemeinheit ähnlich denkt (wenn sie sich überhaupt damit beschäftigt). So war ich z.B. vorige Woche beim Ralf auf Pokerrunde, der kurz erwähnt hat, dass sein Notebook schon von der Garantie zurück ist. Und seit den Semesterferien hat der Ralf ja die TU-Studentenversion von Vista installiert. Ein schneller Blick auf das laufende Notebook zeigt allerdings schnell, dass er immer noch mit XP arbeitet. Oder der Peter vom 5. Stock, der sich (als durchaus computer-bewanderter Elektrotechnik-Student) beschwert, was mit Vista auf seinem System alles nicht lauft, und wie unnötig es eigentlich ist. Oder Dell, welches nicht nur
Linux demnächst als Betriebssystem-Option anbieten wird, sondern nach anfänglicher radikal-nur-Vista-Vorinstallation
auch wieder XP anbietet, weil ein großer Haufen Kunden kein Vista haben wollen.
Wohingegen Ubuntu von der Popularität her beliebter ist als je zuvor: quasi alle Leute, denen ich es installiert hab und die es eine Zeitlang ernsthaft probiert haben, verwenden es bis heute. Die Martina will z.B. ein Radikalupdate aufs neue Feisty machen, der Emil freut sich, dass seit der neuen Version sein 3D-Desktop endlich fehlerfrei hinhaut, und der Trend von Leuten, Firmen und Regierungen, die auf Linux wechseln, ist sowieso ständig zu beobachten.
Was mich zur französischen Präsidentschaftswahl bringt. Die wäre auch so schon spannend genug, aber sie bringt auch eine weniger bekannte Open-Source-Facette ins Spiel: vor ca. einem Jahr oder so war nämlich der Softwarefreiheits-Radikal-Oberguru Richard Stallman (auch bekannt als RMS) bei der nunmehrigen Stichwahlkandidatin Ségolène Royal, und hat ihr den Medienberichten zufolge offenbar erfolgreich die Wichtigkeit von freier Software anschaulich gemacht. Mit der Macht, die ein französischer Präsident so mit sich bringt, hat Frankreich im Falle eines sozialistischen Wahlsieges gute Chancen, sowohl die Verbreitung von Open Source als auch auf die derzeit weniger erfreuliche Rechtsprechung diesbezüglich zum Besseren zu wenden.
Heißt jetzt natürlich nicht, dass ich für die Royal bin, weil sie freie Software unterstützt... der Sarkozy ist auch so ein nationalistischer Dillo, der zum Wohle der Menschheit besser nicht auf den französischen Thron, pardon, Präsidentensessel gewählt werden sollte.
Also, wurscht jetzt ob Windows vs. Linux oder Sarko vs. Ségo...
Lasst die Spiele beginnen!
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