Reuters weiß also, dass das offizielle Abstimmungsergebnis morgen bekanntgegeben wird (Link). News.com meint zu wissen, dass die zweite Abstimmung für Microsofts neue Office-Formate mit Namen OOXML ("Office Open XML") durchgegangen ist (Link). Mackenzie Morgan von Planet Debian hofft, dass es ein Aprilscherz ist (Link), meiner Meinung nach ist da allerdings nicht viel zu hoffen. Craig A. Eddy vom gleichen Planet Debian probiert sich, angenehm schmutzkübelfrei, mit einer Definition von "Was ist ein Standard" und warum OOXML keiner ist (Link). Die norwegische Standardorganisation Standard Norge legt Berufung gegen ihre eigene Stimmabgabe ein, weil 80% ihrer Mitglieder gar nicht dafür gestimmt hätten (Link), und in England wird's auch Einspruch geben (Link).
Microsoft wird wahrscheinlich auch nach den Berufungen knapp, aber doch die Abstimmung gewonnen haben. Wie auch immer die Geschichte ausgehen wird, ein paar Fakten sind wohl fix:
So wie's ausschaut, hat die ISO also zunächst mal ihren guten Ruf als vertrauenswürdige, unabhängige Instanz verloren, und muss in den nächsten Tagen mit einem Haufen Kritik von allen Seiten rechnen.
Ob Regierungen jetzt wieder mehr auf Microsoft machen oder den Trend Richtung OpenDocument fortsetzen, wird abzuwarten sein. Einerseits ist der ISO-Stempel ein Gütesiegel für diverse staatliche Institutionen, andererseits hatten die auf OpenDocument umsteigenden Staaten vor allem eine größere Herstellerunabhängigkeit im Sinn, und die kann man sich mit OOXML natürlich in die Haare schmieren. Was von beiden mehr zählt, entscheidet sich dann von Fall zu Fall, zuzüglich massivem Lobbying (viel von der einen Seite, und noch viel mehr von der anderen).
Schauen wir mal.
Die gute Nachricht zuerst: ich hab mir endlich einen MP3-Player gekauft, weil ich endlich den richtigen gefunden hab! Er spielt Ogg Vorbis, hat einen Radioempfänger, und kann MP3s voicerecorden.
Weniger cool ist, dass er das Microsoft'sche MTP-Protokoll zur Übertragung der Dateien verwendet, anstatt sich als USB-Massenspeicher anzumelden. Das hat zur Folge, dass er unter dem aktuellen Ubuntu Feisty noch nicht funktioniert, ab dem in Bälde erscheinenden Gutsy wirds dann allerdings gehen. Was ein baldiges Update meinerseits nach sich ziehen wird. Aus diversen Gründen (auf die ich jetzt nicht genauer eingehen will) ist weder Microsoft noch Samsung daran schuld, weshalb der Player trotzdem voll in Ordnung ist.
Ach ja, hören tut er auf den schönen Namen Samsung YP-U3J, schwarz, mit 4 GB Speicher. Und sooo schön handlich!
Ok, aber jetzt zum eigentlichen Thema dieses Blogeintrags, was natürlich thematisch voll dazupasst:
Neue iPods sprechen nur noch mit iTunes
Das ist so unappetitlich, da reicht es, wenn ich den Originaltext zitiere:
"Die bisherigen iPod-Generationen konnte man unter Linux mit Programmen wie gtkpod, Rhythmbox oder Amarok befüllen. Windows-Nutzer ohne iTunes-Ambitionen konnten dafür unter anderem auf Winamp oder Ephpod zurückgreifen." (...) "In der Folge meldet der Player, dass auf dem Gerät gar keine Songs, Videos oder Fotos gespeichert seien."
"Besonders ärgerlich dürfte die Checksumme für Linux-Nutzer sein, die mangels iTunes die neuen Player derzeit unter ihrem Betriebssystem nicht nutzen könnten. Es bleibt abzuwarten, ob die Entwickler mittels Reverse-Engineering auch den Algorithmus der Prüfsummenberechnung entschlüsseln werden."
Hatte ich schon erwähnt, dass Apple um Größenordnungen schlimmer ist als Microsoft und deren Produkte durchwegs boykottiert gehören? Ja? Wurscht, jetzt erst recht. Bah. So verabscheuenswürdige Geschäftspraktiken. Ich könnte Galle speien. Aber ich geh lieber einkaufen :D
Dumdidum... nachdem Dell offensichtlich nicht nur imageträchtigen, sondern auch kommerziellen Erfolg mit seinen Linux-Laptops hat, greift das Fieber jetzt endlich um sich. Voraussagen von Steven J. Vaughan Nichols zum Trotz (welcher auf HP getippt hatte), scheint Lenovo mit ihren von IBM übernommenen Thinkpads die nächste Firma zu sein, die den Weg des auf Laptops vorinstallierten Linuxes gehen wird.
Trotz einiger Vorbehalte, die noch überwunden werden müssen, fragen sie auf den Lenovo-Blogs schon nach der gewünschten Distribution für ein zukünftiges Angebot. Was mit ziemlicher Sicherheit wieder Ubuntu werden wird.
Langsam, aber sicher. Besten Dank an Dell.
Yay, drei Blogeinträge in einer Woche... ich bin wieder da! Und weil die guten Neuigkeiten nicht wirklich aufhören wollen, hier gleich noch eine.
AMD will Entwicklung freier 3D-Linux-Treiber fördern
Diejenigen unter euch, die vielleicht nicht ganz perfekt aufgepasst oder es schon wieder vergessen haben (ist ja auch schon wieder ein Jahr her, oder so) werden sich vielleicht fragen, was AMD mit 3D-Linux-Treibern zu tun hat, weil die ja eigentlich hauptsächlich Prozessoren produzieren. Zur Erinnerung also: AMD hat damals ATI übernommen, welche ihrerseits im Linux-Grafikkartentreiber-Jammerspiel seit jeher das schwarze Schaf schlechthin waren.
Intel hat funktionierende, stabile Open-Source-Treiber (bravo!), nVidia hat proprietäre, aber zumindest schnelle und auch halbwegs stabile Treiber, und ATI hat proprietäre, instabile und für die Leistung der Grafikkarten phänomenal langsame Treiber. Keine der drei Firmen hat bisher Spezifikationen zu ihren Grafikkarten veröffentlicht, die einen unabhängigen Linux-Treiber mit relativ wenig Aufwand (ja, also, wie gesagt, relativ) ermöglichen würden. Das ist bei Intel nicht so schlimm, weil sie ihre Treiber eh als Open Source veröffentlichen - bei nVidia und ATI ist der Zustand allerdings fatal und sorgt für einen großen Haufen an unnötigem Arbeitsaufwand für die engagierten Entwickler, die für diese Karten einen zumindest mit 2D funktionierenden Open-Source-Treiber schreiben wollen.
Insofern ist diese News ein großer Paukenschlag, der mit einem Mal die komplette Grafikkartenlandschaft verändert - vom Linux- und sonstigen Open-Source-Standpunkt aus betrachtet, versteht sich. AMD/ATI gibt nämlich, nach einem Jahr voller enttäuschter Hoffnungen, die Spezifikationen für sämtliche Grafikkarten der r500- und 5600-Serien frei. Das sind im Prinzip alle mit einem "X" plus Zahl dahinter, und die neueren "HD" und noch was. Also die neueren, die seit zwei oder drei Jahren auf dem Markt sind. Für die älteren gibts eh zum größten Teil schon funktionierende Open-Source-Treiber, für die neuen werden die Linux-Hacker von Red Hat und Novell mit Hilfe der nun veröffentlichten Spezifikationen einen passenden Treiber entwickeln. Wird halt noch ca. ein Jahr dauern (das geht auch so nicht schneller), aber ab dann kann sich jedermann und -frau guten Gewissens eine ATI-Grafikkarte zulegen.
Alle, die also einen Computer mit einer solchen ATI-Grafikkarte haben (sorry Emil), können sich also massiv über weniger Aufwand beim Installieren und weniger Abhängigkeit vom Herstellertreiber freuen. Und alle anderen zucken aus vor Freude, weil mit diesem bahnbrechenden Großereignis die Auswahl an linuxfreundlichen Computern in unbekannte Dimensionen steigt. Mit ein bisschen Glück sieht dann vielleicht auch nVidia ein, dass ihre aktuelle Geheimniskrämereipolitik zu nichts führt, und veröffentlicht ebenfalls die Grafikkarten-Spezifikationen.
So lange der neue Open-Source-ATI-Treiber noch nicht veröffentlicht ist, bleibt also von meiner Seite alles beim Alten (Intel ok, nVidia und ATI ungut). Wer allerdings trotzdem viel Grafikpower zu brauchen glaubt, sollte sich ab jetzt eine AMD/ATI-Karte nehmen. Als Belohnung für die richtige Entscheidung, und weil die Treiber-Situation in absehbarer Zeit viel besser wird, während nVidia weiter die Bösen sind.
Dass nebenbei auch noch eine neue Version des Grafikservers X.org mit der schönen Versionsnummer 7.3 herauskommt, was insbesondere das Ein- und Ausstecken von Beamern ohne Einstellungen und Ärgernisse einfach funktionieren lasst, erscheint dabei schon fast nebensächlich.
:D
Live aus der Webgasse:
Microsofts OpenXML verpasst (vorerst) Befürwortung als ISO-Standard
Nachdem meine News ja auch schon eine Weile inaktiv ist, seid ihr mit ein bisschen Pech auch nicht ganz auf dem Laufenden mit den diversen OpenDocument vs. MS OpenXML Formatkriegen zwischen den Office-Standards. OpenDocument (der offene, bessere Standard) ist ja bekanntlich schon eine Weile von der ISO als weltweiter Standard zertifiziert, während Microsoft eine "Konkurrenz zwischen Standards" (anstelle einer "Konkurrenz zwischen Produkten") bewirbt. Ihr OpenXML (der weniger offene, schwierig umzusetzende Standard) haben sie nach eingekauftem Abstempeln von der weniger hochstehenden Standardisierungs-Organisation ECMA im "Fast-Track"-Verfahren an die ISO geschickt, wo es statt drei bis fünf Jahren Inspizierungs- und Verbesserungsarbeit direkt ohne Änderungen in ein paar Monaten als ISO-Standard zertifiziert werden sollte.
Der Zirkus ist fürs Erste mal vorbei. Zumindest mal für ein halbes Jahr, bis im Februar 2008 eine Nachabstimmung kommt. Bis dahin muss Microsoft das OpenXML zumindest mal überarbeiten und die zahlreichen gravierenden Probleme, die in den "Nein"-Kommentaren der ISO-Mitgliedsorganisationen gelistet sind, tilgen. Oder zumindest den Anschein erwecken, dass sich was tut.
Dass im Laufe der letzten Monate zahlreiche Firmen eine Mitgliedschaft in den nationalen ISO-Kindorganisationen erworben und danach mit "Ja" zum OpenXML-Format gestimmt haben, ist ja eigentlich einem offiziellen Standardisierungsgremium unwürdig und meiner Meinung nach ein Skandal. Die Ö-Norm mit inbegriffen. Schweden hat aufgrund von "Unregelmäßigkeiten" (ein Microsoft-Manager, der ein paar Firmen Gegenleistungen für eine "Ja"-Stimme geboten hat) ihre "Ja"-Stimme zurückgezogen und sich enthalten, und dass es in anderen Ländern ähnlich gelaufen, nur halt nicht aufgeflogen ist, war offensichtlich.
Also, das Schlimmste ist zunächst überstanden. Ist halt auch nur eine Schlacht von vielen, und OpenXML kann in der Feber-Abstimmung immer noch als "Fast-Track" standardisiert werden. Allerdings, es kann nur besser werden.
Derweil ist auch das große EU-Gerichtsverfahren gegen Microsoft vorerst wieder in der Zielgeraden.
Spannend, spannend!
So, das ist jetzt der letzte Eintrag für die nächsten paar Tage, damit hab ich mein Pensum wieder mal erfüllt. (Sorry, es gibt so viel zu berichten!) Erfreuliche Ereignisse sind übrigens wieder stark im Kommen, wie man folgenden Artikeln entnehmen kann:
Red Hat veröffentlicht die "Liberation Fonts"
Die Überlegung war, dass Microsoft das Weiterverbreiten der allgegenwärtigen Schriftarten Arial, Times New Roman und Courier New keiner anderen Organisation erlaubt, und deshalb viele von Windows kommende Office-Dokumente unter Linux nicht originalgetreu ausschauen, weil die Schriftmetriken der frei verfügbaren Schriftarten (also der Platz, den die einzelnen Zeichen brauchen) nicht mit den Windows-Schriftarten übereinstimmt.
Also ist Red Hat jetzt hergegangen und hat eine Schriftarten-Firma damit beauftragt, für diese drei Windows-Schriften einen Ersatz mit gleicher Metrik zu erstellen, folglich schauen die Schriften (zumindest für den Laien wie mich) auch aus wie ein exakter Klon von Arial, Times New Roman und Courier New. Im Blog von Daniel Robitaille (Ubuntu-Mensch) gibt's einen Eintrag mit Screenshots der Schriftarten.
Und das ist eine gute Sache, weil jetzt können wir uns nämlich das Nachinstallieren des msttcorefonts-Pakets sparen, das ein Hintertürl nutzt, um rechtlich einwandfrei die Schriften direkt von einem Microsoft-Server zu installieren. Mit Vista haben sie das Hintertürl sowieso abgedichtet, und die neuen Vista-Schriftarten können wir sich woanders hinschmieren.
Wieder eine Abhängigkeit weniger! Man kann annehmen, dass die Liberation Sans, Liberation Serif und Liberation Mono ab der jeweils nächsten Release in allen Distributionen Einzug findet. (Wem das zu langsam ist, der kann sie jetzt auch schon downloaden.) Danke, Red Hat!
"KDE 4.0-alpha1 released: 'Knut'"
Irgendwann kommt die Zeit, da alle Projekte fertig werden müssen, sonst werden sie nie fertig. Für KDE ist nun die Zeit des Fertigmachens angebrochen, und mit der ersten Alpha-Release beginnt der letzte Anlauf zum Stabilisieren und Fertigmachen von KDE 4.0, der dann bis Oktober oder so dauern wird.
Nett dabei ist, dass es auch eine Live-CD gibt, mit der man den derzeitigen Stand von KDE 4 ohne großartige Installation austesten kann, aber nichtsdestotrotz ist es immer noch eine für die Massen ungeeignete Entwicklungsversion, deren Zielgruppe Programmierer und Tester mit dickem Fell sind. Wer sich also mal einen ersten Eindruck verschaffen will, nur zu, aber auf keinen Fall Schlüsse auf die Qualität der endgültigen 4.0er-Version ziehen.
Wie auch immer, es ist gut zu wissen, dass die Entwicklung halbwegs nach Plan verläuft und KDE 4 großartig wie erwartet sein wird. (Inzwischen bin ich Optimist.) Danke, KDE!
"Digitaler Globus: NASA World Wind als Java-Version"
Dass die NASA eine recht fähige Open-Source-Alternative zu Google Earth hat, dürfte sich inzwischen ja schon ein bisschen herumgesprochen haben. Blöd war bisher allerdings, dass es dieses World Wind nur als Windows-Version gab, was für Leute wie mich, dich oder es nur einen sehr beschränkten Nutzen hatte.
Umso erfreulicher, dass das Programm jetzt auf Java portiert wurde, und letzteres dank der "write once, run everywhere"-Philosophie auch auf Linux, Mac OS, Solaris und den diversen BSDs läuft. Ganz zu schweigen davon, dass Java seit Kurzem selber Open Source ist - Jakoblog berichtete :D
Wer also Java-Anwendungen auf seinem Computer ausführen kann, kann sich ab sofort an NASA World Wind erfreuen. Ich hab's noch nicht ausprobiert, und eigentlich brauch ich so ein Zeugs nicht wirklich, deshalb werd ich schier noch warten, bis es in der nächsten Ubuntu-Release komfortabel paketiert wurde und leicht vom Adept aus installierbar ist. Danke, NASA!
Hab grad keine Lust auf einen großartigen Einleitungstext, kommen wir stattdessen direkt zum Kern der Sache:
"Java SE wird endgültig Open Source unter der GPLv2"
Vor Monaten angekündigt und damals mit ersten freien Veröffentlichungen versehen, hat Sun das Versprechen eingelöst und Java im Rahmen der derzeit laufenden JavaOne-Konferenz endgültig unter die GPL gestellt. Alle Teile konnten sie nicht veröffentlichen, weil sie von anderen Firmen lizensiert wurden, aber die allermeisten sind dabei. Selbst das, was derzeit noch fehlt, kann relativ einfach durch bereits vorhandenen Code der freien Java-Implementation Classpath ersetzt werden.
Insofern kann es also nicht mehr lang dauern, bis das freie Java komplett funktional ist und von Haus aus mit den diversen Linux-Distributionen standardmäßig mitgeliefert wird. Planet Classpath (die Seite mit den gesammelten Blogs der Classpath-Hacker) zeigt den Enthusiasmus der Community, da wird sich also in nächster Zeit einiges tun. Yay für Sun, das war wichtig.
"Intel gibt Startschuss für neue Generation von Centrino-Notebooks"
Genau, wie der Titel schon sagt, bringt Intel das lang angekündigte Update der Centrino-Plattform raus. Das ist jetzt im Prinzip nicht der ganz große Umbruch für Laptops oder so, aber auch keine schlechte Sache: der neue Chipsatz wird wieder ein bisschen mehr Speed und mit ein bisschen Glück auch wieder ein bisschen längere Akkulaufzeiten ermöglichen, das WLAN wird auf das schnelle (und natürlich abwärtskompatible) Draft-N upgedatet und bleibt damit am Puls der Zeit, und die integrierte Intel-Grafik bei den Systemen ohne nVidia oder ATI ist zwar nicht die Offenbarung bei der 3D-Performance, kommt aber wieder mit originalen Open-Source-Treibern für Linux daher und ist damit von Haus aus eine gute Wahl.
Des weiteren will Intel die neue Technik auch vermehrt in Desktop- und Mediacenter-Rechnern einsetzen, was ein erfreulicher Trend im Hinblick aufs Strom sparen und zu leiseren Computern auch im Nicht-Laptop-Bereich ist.
"Linuxtag mit Schirmherr Wolfgang Schäuble"
Das Kuriosum zuletzt. Ich weiß ja nicht, ob's ihr die Eskapaden des aktuellen deutschen Innenministers (CDU) mitgekriegt habts, aber was der in letzter Zeit aufführt, ist nicht mehr schön, und übertrifft in Sachen Grauslichkeit sogar die Fabrikationen seiner Genossin im Geiste, der unsagbaren deutschen Justizministerin Zypries (SPD).
Kann nicht so schlimm sein? Von wegen. Eine kleine Auswahl der in den letzten Monaten in großer Anzahl und kurzem Abstand veröffentlichten Artikel:
Kurz, wenn's nach dem geht, haben wir in kürzester Zeit den Kontrollstaat in voller Blüte.
Umso zynischer, dass ebendieser Schäuble jetzt ausgerechnet den (traditionell Innenministeriums-bedingten) Vorsitz des Linuxtag, also der Messe für Open Source und freie Software schlechthin in Deutschland, übernehmen soll. Wie man im Forum zum heise-Artikel und in der Blogosphäre (z.B. hier oder hier) unschwer erkennen kann, ist die Entrüstung in der Open-Source-Community groß, weil der Schäuble im Prinzip gegen alle Werte steht, die der freiheitsliebenden Community wichtig sind.
Es wird sich zeigen, ob der angekündigte Vorsitz in einer Ausladung des Ministers oder einem Paradeiser-Wettwerfen, kombiniert mit Transparenten und lautstarkem Protest, enden wird.
Ok, es lasse das Eichhörnchen sich langsam ernähren. Nach unheimlich langer Pause also ein paar nennenswerte Ereignisse der letzten, äh, Monate? Jaja, wenn man einmal nicht gleich alles postet, was sich tut. Folgende Auswahl ist wegen der langen Zeit seit der vorigen News nur eine lächerlich kleine, keinesfalls repräsentative, subjektiv ausgewählte Auswahl an Artikeln.
Dell-Computer mit vorinstalliertem Ubuntu
Ein kleiner Schritt für Dell, aber ein unheimlich großer Schritt für Linux! Ja, man glaubt es kaum, Dell hat seine Drohung tatsächlich wahr gemacht und wird demnächst auf ausgewählten Systemen Ubuntu (das neue 7.04 "Feisty Fawn") als Betriebssystemauswahl neben Vista und XP anbieten.
Damit ist die nächste Runde im Kampf um die Freiheit eurer Computer eröffnet - das erste Mal, dass ein großer (wenn nicht überhaupt der größte?) Computerhersteller Linux vorinstalliert und mit tatsächlicher Aussicht auf Erfolg auf Desktop-Systemen anbietet. (Auf Servern ist es natürlich schon gang und gebe.) Das ist der offizielle Eintritt von Linux in den Massenmarkt, und mit ein bisschen Glück schauen sich jetzt ein paar mehr Hardwarehersteller an, ob sie nicht doch vielleicht auch Treiber für Linux schreiben oder zumindest mit Hardware-Spezifikationen unterstützen wollen.
Das Angebot dürfte Ende Mai starten, vorerst allerdings leider nur in den USA. Eine weitere Kehrseite dürfte sein, dass mindestens zwei der drei oder vier unterschiedlichen Systemkonfigurationen eine NVidia-Grafikkarte eingebaut haben, die mangels Open-Source-Treiber zwar das Schnellstmögliche, aber nicht ganz das Komfortablste zum Einstellen ist (gell Emil?), und außerdem, wie sagt man so schön, "aus ethischer Sicht verwerflich" :-P ...allerdings, Dell hatte da nicht wirklich eine Wahl, aus ihrer Sicht ist das sicher das Gescheiteste.
Die paar Schönheitsfehler können allerdings den positiven Gesamteindruck nur minimal schmälern, und bisher hat Dell alles in der Form richtig gemacht, wie ich es von ihnen erwartet hätte. Eine Zeitlang muss ich noch abwarten und die Ehrlichkeit bzw. Qualität der Umsetzung aus Erfahrungsberichten evaluieren, wenn's jedoch hinhaut, kann Dell erwarten, dass ich fleißig Dell-Systeme kaufe und empfehle.
Siehe auch die entsprechenden Artikel von heise (Die Woche: Linux für alle!) und Linux.com (Dude, you're getting Ubuntu).
"Gericht schreibt Mobilkom Austria sekundengenaue Abrechnung vor"
"Das Handelsgericht Wien untersagt dem Mobilfunk-Marktführer Mobilkom Austria in einem erstinstanzlichen Urteil, andere als Sekundentakte anzuwenden." Der VKI (Verein für Konsumenteninformation) hat die Mobilkom geklagt, weil die ganzen 60/30, 60/60 und 90/60 Taktungen die wahren Kosten der Telefonate verschleiern und damit die Konsumenten in die Irre führen. Und hat sich in der ersten Instanz durchgesetzt - die zweite folgt zugleich.
Sollte das Urteil bestehen bleiben, können wir erwarten, dass Tarife endlich wieder realistisch beschrieben und ordentlich vergleichbar sind, was eine gute Sache ist. Und zwar nicht nur von der Mobilkom, sondern auch von den anderen Netz-Providern. Vielleicht heben die dann die Tarife wieder ein bisschen in die Höhe (weil sich so niedrige Tarife wie die derzeitigen ohne massive Gegenfinanzierung mit hohen Taktungen kein Provider leisten kann), aber netto wirds für uns nicht teurer werden, nur transparenter.
Es lebe die ehrliche Bezeichnung von Angeboten!
"GMX stellt Multiprotokoll-Messenger bereit"
Den gibt's jetzt also in der Beta-Version. Wie zu erwarten nur für Windows (2000, XP und Vista), aber das wirklich Interessante daran ist, dass der Messenger auf Jabber aufbaut. Als Standard-Protokoll also, das bei der Kommunikation zwischen den verschiedenen GMX-Messenger-benutzenden Leuten zum Einsatz kommt. Darüber hinaus stellt GMX halt auch die sogenannten "Transports" zur Verfügung, mit deren Hilfe man aus Jabber hinaus in andere Netze wie ICQ, AIM oder MSN kommunizieren kann.
Nach Google Talk also der zweite große "hersteller-spezifische" Instant Messenger, der auf Jabber aufsetzt. Und weil Jabber im Gegensatz zu ICQ, AIM und MSN ja bekanntlich ein offenes Protokoll ist, das gleiche Möglichkeiten für alle Instant-Messenger-Programme bietet (und nicht die der einzelnen Hersteller bevorzugt), ist das eine extrem nette Entscheidung von GMX.
Im Übrigen haben sie auch ein "dynamisches" AJAX-Interface für das normale GMX-Webmail herausgegeben, mit dem jetzt á là GMail das Web-Interface mehr wie eine Desktop-Anwendung funktioniert als das bisher der Fall war. Funktioniert allerdings nur ab Firefox 1.5 oder Internet Explorer 6 (blöde Browerbeschränkungen, wäh - nicht einmal den Opera haben sie dazugenommen), und nachdem ich den Konqueror als Browser bevorzuge, können die mich gern haben, ich bleibe bei KMail, danke schön.
Ja, da freuen wir uns wieder, was der Jakob uns für schöne Ereignisse mitteilt. Friede, Freude, Eierkuchen!
Hallo meine lieben Newsempfänger - ja, ich weiß, ihr sehnt euch schon wieder nach den News, weil ich zweieinhalb Wochen schon wieder keine hatte. Kann nicht allzuviel Wichtiges passiert sein in der Zeit, oder? Sachen wie der Umstieg diesmal des französischen Parlaments auf Linux sind wir ja gewohnt, das ist fast nicht mehr der Rede wert. (Fast!) Also auf zu Besserem.
"PowerDVD liefert AACS-Schlüssel von HD DVD und Blu-ray Disc"
Es ist schon wieder ein Schlüssel zum Entschlüsseln des AACS-Kopierschutzes von bösen Crackern veröffentlicht worden. (Der vorige ist auch erst um die drei Wochen her.) Diesmal ist ein ein Private Key, mit dessen Hilfe man offensichtlich alle anderen Schlüssel auf einer HD-DVD oder Blu-ray-Disc auslesen kann. Und aus dem PowerDVD wurde er gestohlen, äh, will sagen, herausgefiltert.
Das ist jetzt keine ganz große Nachricht, weil das AACS-System solche Zwischenfälle vorgesehen hat: zukünftig ausgelieferte Discs mit AACS werden damit nicht mehr funktionieren. Aber das System geht noch weiter: wenn eine Disc mit den neuen Schlüsseln eingelegt wird, sagt sie dem HD-DVD- bzw. Blu-ray-Laufwerk, dass der alte Schlüssel ungültig ist, und fortan kann man auch die alten Filme mit dem gecrackten Schlüssel nicht mehr entschlüsseln.
Das heißt im Klartext, dass eine aktuelle PowerDVD-Version nicht mehr funktioniert, sobald eine neue Disc mit AACS abgespielt wird, weil der PowerDVD-Private-Key rückwirkend entmachtet wird. Krass, nä?
"HP denkt über vorinstalliertes Desktop-Linux nach"
Heißt noch nichts, aber in Kombination mit der kürzlichen Dell IdeaStorm Initiative (bei der ein vorinstalliertes Linux das meistverlangte Feature war) könnte das eventuell darauf hindeuten, dass die Zeit zur mainstreamigen Vorinstallation von Linux nicht mehr allzu weit in der Ferne liegt.
Oder auch nicht, wer weiß.
"AMD-Interview: 'Wir können unsere Treiber nicht offen legen'"
Das, und die Tatsache dass die Grafikkarten-Treiber von AMD (vormals ATI) für Linux unter aller Sau sind, lässt einen eine unumgeschränkte Empfehlung gegen den Kauf eines Computers mit ATI-Grafikkarte aussprechen. Mit der Übernahme von ATI durch AMD war ja gehofft worden, dass AMD seine bisherige offenere Treiber- und sonstige Hardwarepolitik auch auf die Grafikkarten ausweitet, dieser Artikel ist wohl die endgültige Bestätigung dafür, dass diese Hoffnungen ungehört verschallt sind.
Insofern soll sich also einen integrierten Intel-Grafikchip nehmen, wer gerne null Probleme (aufgrund von open-gesourcten Treibern) und ein leises, stromsparendes System hat, und nVidia sei jenen empfohlen, die nicht ohne Highend-Grafikpower auskommen können (obwohl deren Open-Source-Treiber-Politik um nichts besser ist als die von ATI/AMD, aber dafür sind zumindest die Treiber selbst weniger lahm und absturzgefährdet).
Ich hoffe, euren hohen Ansprüchen auch mit dieser Ausgabe der News nicht allzu ungerecht zu werden, und wünsche noch einen feinen Abend (oder wann immer das hier grad gelesen wird) vom seltenen Montag.
Wer kann den eindeutigen Trend erkennen?
"Peugeot Citroën migriert bis zu 20.000 Desktop-Systeme nach Linux"
"Weitere US-Bundesstaaten setzen auf offenes Dokumentenformat" (Texas und Minnesota nämlich)
"Kuba setzt auf Linux"
"50.000 Linux-PCs für Brasilien"
"Südafrika steigt auf Open Source um"
Alle Artikel weniger als einen Monat her, die letzten drei sogar innerhalb der vergangenen Woche. Open Source und offene Standards sind dabei, sich tatsächlich weitläufig durchzusetzen. Wenn die Nachrichten weiter in dem Tempo eintrudeln, gibt's in zwei Jahren keine Regierung mehr, die mit Windows-Systemen und auf .doc- bzw. MS-OpenXML-Basis fahrt. Und die Unternehmen kommen auch schön langsam drauf.
Die obengenannten Artikel müsst ihr nicht unbedingt lesen, aber diesen da von heise open lege ich euch stark ans Herz: "Hintergrund - Braucht die Welt Open XML?" Eine gute Zusammenfassung, warum Microsofts neues Standardformat keine rosige Zukunft vor sich hat.
"Alcatel-Lucent stellt MP3-Musikgeschäft auf den Kopf"
Wer war das nochmal, der immer behauptet, MP3 ist schon ok, Ogg Vorbis ist was für Open-Source-Freaks, und es soll ruhig alles so bleiben wie's ist? Bitte alle vortreten, die über die Sinnhaftigkeit eines patentfreien Audioformats zweifeln.
Also, Alcatel-Lucent scheint noch ein Patent am Dachboden gefunden zu haben, das bei der Komprimierung von MP3-Dateien eingesetzt wird. Und setzen das gerichtlich gegen Microsoft (als exemplarischen und zahlkräftigen MP3-Lizenznehmer) durch, weshalb letztere 1,52 Milliarden Dollar zahlen müssen. Das ist für Microsoft der Gewinn von 6 Wochen und finanziell nicht sonderlich aufregend, aber für die gesamte Industrie heißt das, dass sich alle Hersteller, die MP3 in irgendeiner Form verwenden, auf saftige Patentklagen freuen dürfen. Unnötige, schlussendlich auf den unwissenden Kunden abgewälzte Kosten.
Wie heißt's so schön?
"Mit Ogg Vorbis wär das nicht passiert!"
Ok, zweiter Teil der Aufholjagd. Mit der extensiven Zahl von gleich drei Geschehnissen geht's sogleich an den Start:
"Blender 2.43: Mit dem 3D-Pinsel modellieren"
Dass man keine tausende-Euro-teuren Programme in gecrackter Version braucht, um ein professionelles 3D-Modellierungs und -Animationstool benutzen zu können, ist der Einen oder dem Anderen sicher klar. Dritten hingegen ist es vielleicht nicht so geläufig, deshalb hier kurz nochmal erwähnt: Blender ist ein wahnsinnig fähiges Open-Source-3D-Programm (und als solches auch gratis zum Download verfügbar), das proprietärer Highend-Software wie Maya oder Cinema 4D kaum nachsteht.
Mit der neuen Version haben die Blender-Entwickler abermals einen großen Haufen Neuigkeiten und Verbesserungen eingebaut. Jeder, der sich für 3D-Modellierung interessiert, sei das Programm wärmstens ans Herz gelegt - ähnlich mächtig, ähnlich eindrucksvoll und ähnlich kompliziert (zumindest am Anfang) wie die genannten Programme für den großen Geldbeutel. Irgendwann werde ich sicher wieder etwas Zeit finden, mir den Blender ein bisschen genauer anzuschauen und wieder irgendwas Dreidimensionales zu fabrizieren, wie in den guten alten Zeiten :)
P.S.: Die freie Vektorgrafik-Software Inkscape ist auch kürzlich in Version 0.45 erschienen!
"Dell-Kunden wünschen sich Linux-Notebooks und vorinstalliertes OpenOffice"
Hihi, damit hat Dell vielleicht eher nicht gerechnet: die Dell IdeaStorm-Website, die sie zum Zwecke des Ermittelns von Kundenwünschen aufgesetzt hatten, ufert schon nach wenigen Tagen des Online-Seins in ein Wunschkonzert für mehr Open Source am Dell-Gerät aus. Was im Grunde nicht schwer umzusetzen wäre, schließlich ist Dell für seine selbst zu konfigurierenden Online-Bestellungen bekannt.
Die meiste Zustimmung auf der Seite gibts für Auswahlmöglichkeiten für eine standardmäßig installierte Linux-Distribution wie Fedora, OpenSuse oder Ubuntu, zweiter Platz geht an eine OpenOffice-Option, weitere an weniger vorinstallierte Microsoft- und sonstige Software.
Jetzt ist Dell am Zug, und gewissermaßen in einer Zwickmühle: wenn sie nichts tun, werden sie fürs Ignorieren der Kundenwünsche kritisiert werden; wenn sie andererseits zumindest ein paar der Ideen umsetzen, werden sie mit ziemlicher Sicherheit Probleme mit Microsoft kriegen. Die wissen schon, wie man Druck macht.
"EU-Kommission fördert Open-Access-Publikationen"
Das Beste zum Schluss: Die EU-Kommission entledigt sich kurzfristig ihrer Rolle als nervig-latentes Gefahrenpotential und kündigt ein 85 Millionen Euro schweres Programm zur Förderung von Open Access vor.
Zur Erinnerung (ja, ich weiß, das hatten wir in meinen News noch nicht):
Open Access ist eine Initiative mit dem Zweck, staatlich finanzierte wissenschaftliche Publikationen (also irgendwelche Papers von wichtigen Uni-Professoren) auch tatsächlich frei zugänglich zu machen. Derzeit ist es so, dass die Profs ihre Arbeiten reputationshalber in wissenschaftlichen Magazinen veröffentlichen (müssen), die sich das Veröffentlichungs-Recht alleine vorbehalten und mit ihren hohen Preisen unsere Bibliotheken in den Ruin treiben, und die Arbeiten auch sonst nicht zur freien Begutachtung preisgeben. Sprich, der Steuerzahler zahlt, die wissenschaftlichen Verlage kassieren, und der interessierte Bürger kann die Arbeiten nicht nachlesen.
Dagegen muss etwas getan werden! Die richtigste Lösung wäre naheliegenderweise, dass den Wissenschaftlern per Gesetz erlaubt wird, ihre Papers nicht allzu lang nach deren Veröffentlichung (ein halbes Jahr oder so) frei zur Verfügung zu stellen. Und zwar unabhängig davon, was die Verlage an sich vorschreiben. Aber die Variante der EU-Kommission - erst einmal freigegebene Arbeiten fördern und außerdem die Sachlage genauer analysieren - ist für den Anfang auch gar nicht schlecht. Bravo, Kommission!
Pfuh, soweit zu den nachgeholten News. Jetzt nur noch eine kurze (äh?) Zusammenfassung von Kitzbühel '07, dann ist das Blog wieder für eine Zeitlang versorgt.
Wie vielleicht noch nicht allen Lesern bekannt ist, war ich vorige Woche in Kitzbühel auf Spontan-Skiurlaub. (Mehr dazu, genau!, später.) Und wie es der Allmächtige so will, gab's bei meiner Rückkehr nicht nur Unmassen an Mails, Blogs, Foreneinträgen, und und und aufzuholen, sondern auch eine stattliche Anzahl News, die ich trotz leichter Verzögerung noch berichtenswert finde.
Und weil fünf Newsbeiträge definitiv zu viel für einen Blogeintrag sind, wird diese News diesmal in zwei Teile zerschnipselt.
"Suns OpenDocument-Filter für Word zum Download"
That's right Burschen und Mädels, der erste gut funktionierende Import/Export-Filter steht zum Download bereit, der Microsoft Word das Speichern und Laden von OpenDocument-Texten erlaubt. Nachdem es eine nahezu unüberschaubare Anzahl an guten Gründen gibt, Microsofts OpenXML-Format nicht zum neuen Standard werden zu lassen (siehe auch Rob Weirs Erklärung, warum offene Standards wichtig sind), ist das die Gelegenheit für MS-Office-Benutzer, ihren Beitrag zu einer besseren Softwarewelt zu leisten.
Der Konverter benutzt eine Miniversion von OpenOffice und kann die Word-Dokumente folglich mit dessen anerkannter Qualität umwandeln, also in den meisten Fällen ohne irgendwelche Probleme. Wer OpenOffice für unbrauchbar hält und nur Microsoft Office verwenden will, hat jetzt also keine Ausrede mehr, nicht trotzdem seine Dateien im OpenDocument-Format zu speichern. (Zumindest die Textdokumente - Filter für Tabellen und Präsentationen folgen in ein paar Monaten.)
"DVD-Nachfolger in der Bredouille"
Die Content-Industrie hat viel Aufwand in BluRay bzw. HD-DVD hineingesteckt, damit deren Kopierschutz nicht das gleiche Schicksal blüht wie dem der ursprünglichen DVD. Bei der ist es so, dass es genau einen Verschlüsselungs-Mechanismus gibt (mit Namen CSS), der in gleicher Form auf alle DVDs draufkommt. Blöd nur, dass ein norwegischer Hacker (mit Namen DVD-Jon) den Mechanismus nach nicht allzulanger Zeit geknackt hat, und CSS seitdem keinen technischen Schutz mehr bietet. Maximal noch einen legalen Schutz, dank der verschiedenen Du-darfst-keinen-Kopierschutz-umgehen-Gesetze in der EU und den USA.
Wie auch immer, der Nachfolger von CSS heißt AACS, und kommt sowohl auf BluRay-Discs als auch HD-DVDs zum Einsatz. Die schlechte Nachricht: AACS selbst wurde nicht geknackt, und wird sicher nicht so einfach auszuhebeln sein wie CSS. Die gute Nachricht: Der Schlüssel, der auf allen bisher veröffentlichten BluRay-Discs und HD-DVDs zum AACS-Verschlüssen verwendet wurde, ist von einem weiteren Hacker extrahiert worden.
Damit können (illegal, aber zumindest technisch möglich) die ganzen BluRay- und HD-DVD-Filme auch von Programmen abgespielt und gerippt werden, die keine Lizenz von den diversen Konzern-Konsortien haben. Weil die AACS-Entwickler schlauer waren als vorher, werden zukünftige Discs mit AACS einen neuen Schlüssel bekommen können, das Katz-und-Maus-Spiel ist also noch nicht vorbei. Ein netter Etappensieg jedenfalls für die Kopierschutz-Gegner.
Äh, wow.
"Steve Jobs spricht sich gegen DRM aus"
(und das etwas längere Original. und das kurze, aber witzige Kommentar des allseits beliebten Open-Source-Advokaten Jono Bacon.)
Was soll ich da noch sagen? Das hätte ich ihm nicht zugetraut. Selber lesen.
Passend dazu:
"iPod und iTunes machen mit Windows Vista Probleme"
Wer einen iPod verwendet, sollte also lieber noch ein paar Wochen waren, bis er oder sie auf Vista umsteigt. Gleich bleiben lassen geht natürlich auch ;-D
Schon wieder eine Dienstags-News. Ich sollte mal eine Statistik machen, wie sich die News auf die Wochentage verteilen. Oder auch nicht. Wie auch immer:
"EU-Studie: Open Source zahlt sich aus"
(Mein Lieblingsblogger Aaron Seigo hat auch seinen Senf dazugegeben.)
Siehe da, die EU-Kommission lasst sich einen 287 Seiten langen Bericht über die Wirtschaftlichkeit von Open Source ausstellen, mit Schwerpunkt natürlich auf die Verwendung innerhalb von Regierungsinstitutionen.
Und Open Source steigt dabei durchwegs gut aus: So wird berichtet, dass in fast allen Fällen die kurzfristigen Migrationskosten (Umrüsten, Schulungen, usw.) in ca. einem Jahr wieder herinnen sind, oder dass von 900 befragten Institutionen 46.6% in irgendeiner Form Linux benutzen, und KDE zusammen mit GNOME auf 15.7% kommen. Dass OpenOffice das ISO-standardisierte OpenDocument-Format verwendet, wird auch positiv herausgestrichen, aber dass es sich damit mindestens genau so produktiv arbeiten lasst wie mit Microsoft Office, glaub ich ihnen noch nicht ganz. Zumindest was Excel vs. Calc angeht. Aber hey.
Die Regierungen sind also dem Rest der Menschheit beim Erkennen der Wichtigkeit des Einsatzes von Open Source derzeit um einiges voraus. Es kann sich nur mehr um Jahre handeln, dass auch die Bevölkerung was davon mitkriegt.
Drupal 5.0 ist da!
Ja, was soll ich dazu noch sagen? Mein Blog hab ich noch nicht auf die endgültige Version upgedatet, aber es läuft eh auch schon auf einer Release-Candidate-Version von Drupal 5.
Mit der Version 5.0 wird Drupal, das allseits unbekannte aber dort wo man es kennt sehr beliebte Content Management System, massentauglich. Das fangt an bei der endlich massiv vereinfachten Installation, geht über das um Welten bessere Standard-Theme (das auch von dieser Website hier verwendet wird) und zieht sich durchs ganze System, wie z.B. beim generalüberholten und jetzt viel übersichtlicheren Administrationsbereich.
Sprich, wer eine Website machen will und den perfekten Kompromiss zwischen Einfachheit und Flexibilität sucht, wird mit Drupal glücklich. Und mit Version 5.0 erst recht.
So, und jetzt lernen für die heutige Vorlesungsprüfung :-D
Also, das Semester hat angefangen, und trotz der vielfältigen Deadlines überall (meinen ersten Arbeitstag als Drupal-Entwickler hab ich schon hinter mir, und es scheint meine Übungsgruppen würden mich diesmal ganz gut unterstützen) muss ich mir heute wieder mal Zeit nehmen, um Neuigkeiten zu verbreiten:
"Earthlink, Google und San Francisco schließen Vereinbarung über stadtweites WLAN"
Genau, San Francisco wird die weltweit erste Stadt mit omnipräsenter Gratis-WLAN-Versorgung. Earthlink baut das Netz auf und Google sponsert es. Bin gespannt, wann die Stadt Wien anfängt, Funkfeuer zu subventionieren. Aber das ist eine andere Geschichte.
"Second-Life-Client wird Open Source"
Ich nehme an, ihr habt schon mal von Second Life gehört? Eine realistischere Version von "Die Sims", welche gerade einen unheimlichen Hype und weißichwieviele Neuhinzukömmlinge in die ach so interessante Alternativwelt hat? Jedenfalls, deren Schöpfer Linden Labs scheinen determiniert zu sein, die Software hinter ihrem virtuellen Universum open zu sourcen, und gestern haben sie mal mit dem Client angefangen, also dem Programm, das auf dem eigenen Computer lauft, die Welt anzeigt und die eigenen Aktionen steuert.
Mit der Serversoftware wollen sie das Gleiche machen, aber die Vorbereitungen dafür (der freigegebene Quellcode soll immerhin auf Sicherheit und Verständlichkeit geprüft sein) können noch dauern.
Bis dahin ist mir Second Life trotzdem noch genau so suspekt wie andere Online-Zeitverschwender wie z.B. World of Warcraft oder Real-Life-Simulatoren wie die Sims. Aber hey, soll ja Leute geben, die wollen tatsächlich das stinknormale Leben am Computer wiederholen...
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