Time for a change

Bin am Donnerstag nach Wien gefahren, wegen einem Treffen meiner Usability-Engineering-Übungsgruppe, und damit ich mir das Ticket auf die diesjährige aKademy in Glasgow besorge. Auf der Hinfahrt hab ich dann dEUS gehört, folgender Ausschnitt ist aus einem Lied für die Schwester des Sängers Tom Barman.

7 days you should be giving yourself
All your belongings, all that you treasure
7 weeks you think of nobody else
Is this what you want, is this what you are?
How did it come this far?



Dann die notwendigen Besorgungen in Wien selber. Und mangels Internet bin ich dann am Abend endlich dazugekommen, das FM4-Hörspiel "Junk - Das Leben eine Seifenoper" endlich fertig zu hören. Tolle Serie. Gibt's gratis zum Downloaden, was ich allen Leuten stark ans Herz legen kann. Trifft sich natürlich nicht ganz mit meinen Realitäten, und der städtische Akzent schlagt ein bisschen stark durch. Aber das macht das ganze um nichts weniger faszinierend.

Sarah: Ich hab einfach viel zu lang drauf gewartet, dass das richtige Leben vorbeikommt.
Nina: Ja, von allein wird's nicht kommen.

Ich bin dann mit einem leicht wurligen Gefühl eingeschlafen. Nachdem ich wie eh und je eine sentimentale alte Gurke bin, die sich von guten Liebesgeschichten immer noch am meisten beeindrucken lasst (speziell dann, wenn sie glaubwürdig rüberkommen), hat mich die Serie wieder mal stark mitgenommen. Zu dem Punkt hin, wo ich mir gesagt hab, es ist immer noch nicht gut genug. Und 2007 ist ja bekanntlich das Jahr, in dem ich mein Leben in den Griff kriegen will. Zeit also, etwas zu verändern - und weil neben den guten Vorsätzen zum Zeitmanagement locker noch ein weiterer dazu passt, soll es ein täglicher Sport von ca. einer halben bis dreiviertel Stunde sein. Das klingt jetzt leicht, allerdings ist es mir bis dato nicht gelungen, regelmäßig Sport zu treiben. Was also tun, um zu verhindern, dass ich nach kürzester Zeit wieder aufgebe? Meiner Meinung nach sind da zwei Faktoren ausschlaggebend: einerseits Motivation, und andererseits die Hemmschwelle. Wenn erstere größer ist als zweitere, gelingt ein Vorhaben. Weil ich erstere kaum beeinflussen kann, liegt die Aufgabe folglich darin, die Hemmschwelle zum Fitnessen so gering wie möglich zu gestalten. Möglichkeiten, die mir dazu eingefallen sind: * Immer ein entsprechendes Gewand bereit haben. (Trivial.) * Berechenbarkeit. Ganz wichtiger Punkt, weil wenn irgendwas fix eingeplant ist, hat man keinen zusätzlichen Planungsaufwand. Wobei dieser Punkt in zwei Teile aufzugliedern ist, nämlich 1. zeitliche Berechenbarkeit (immer um 11 Uhr, oder so) und 2. räumliche Berechenbarkeit (wohin kann ich gehen, um zu sporteln: nämlich, Laufband für zu Hause und Heimtrainer im Heim). Keine Hemmschwellen durch noch unbekannte Stadtrouten mit möglichen Ampeln, suboptimalen Straßenführungen und vor allem Wetterabhängigkeit. * Vor- und Nachbereitungsaufwand minimieren. Das heißt einerseits eine möglichst geringe Strecke vom Startpunkt zur Ausübungsstätte, und andererseits weniger Zeit fürs Duschen & Fönen zu brauchen. Konsequenterweise geschah das Unvermeidbare.

vorher

nachher

Lasst uns wieder mit einem Zitat schließen.

Koller Andi: A neicha Haarschnitt kummt immer mit an Lebenswandel.
Jakob: Das hast du gut erkannt!

Comments

Hallo Jakob. Hab wieder mal

Hallo Jakob. Hab wieder mal Zeit deinen Blog zu lesen! Sehr angenehm zu lesen. Ach ja, hab ja auch einen Blog: http://simone-koger.blog.de/

Also bis dann!

Cool!

Hab's schon abonniert. Bzw. erst. Wenn ich jetzt noch das vom Reiner finde, und vielleicht vom Andi die unendlich-lang-her-Fotos zugeschickt krieg, bin ich dann vollends zufrieden.

schlechtigkeit

jakob ist schlecht! mit den neuen, kurzen haaren ist er sogar noch viel schlechter als sonst. :-)

Haarschnitt

UAAHHHH!!! Hast du dir die Haare gschnitten? Echt jetzt? Verdammt!!! Man kann doch auch mit langen Haaren sportln. hab ich gemacht bis ich zum bundesheer gekommen bin.
Das gefaellt mir nicht. Jetzt schaust du ja noch juenger aus.

Loesung fuer dein Problem (durch den Bruder mit aehnlichen Lebensumstaenden erprobt):
Im Burgenland immer an schoenen Tagen laufen (is auch voll relaxing)
Sport gemeinsam mit anderen machen (machts lustiger (z.B. Fussball))
Freunde fragen ob sie nicht lust auf irgendwie Spor (z.B. radeltour) haetten (die haben ja die gleichen Probleme)
Nicht immer zu Hause herumluemmeln (vergeudet weniger Zeit)
einen hometrainer-rad nach Wien in die Wohnung stellen und bei der erstbesten Serie aufs radel setzen.

Bemerkung am Rande: Funltioniert gut in Wien bei normalem lebensstil. in buenos aires nicht so erfolgreich.

RE: Haarschnitt

Jetzt seids net so. Es ist doch gar nicht so schlimm, wenn man sein Image von einem Spät-70er-Jahre-Typen zu einem mittelalterlichen Klostermenschen ohne Tonsur ändern möchte. :D

Ich finds sogar richtig hübsch husträusperspotz Selber geschnitten, Jakob? :D

F*ck off, everybody

Gell, ich finds auch sehr hübsch. Entgegen zu erwartender Annahmen ist die Frisur bisher auch gar nicht so schlecht angekommen.

Im Übrigen, nein, nicht selber geschnitten. Nein, auch nicht von der Mutter schneiden lassen. Wurde stattdessen von einer total hübschen Friseurin beim Bauer-Frisör in handwerklich professionellster Art und Weise angefertigt.

Die Assoziation mit dem mittelalterlichen Klostermenschen entzieht sich aber dann doch meinem Vorstellungsvermögen. Kannst du das bitte etwas genauer erläutern? Ich mein, hey, erstens hab ich schon vom Charakter her gar nichts mit Spiritualität zu tun, und zweitens kann man das zu der Frisur genauso wenig sagen, weil selbige eh ziemlich allerweltsmäßig ist, insofern könnte man genausogut irgendjemand anderen des Katholizismus bezichtigen.

Tststs... net fluchen, du

Tststs... net fluchen, du bist da net alleine im Internet.

ad Klostermenschen: Auf dem rechten Bild meine ich eine kleine, feine Linie zu erkennen... ah egal, vergiss es einfach. :)
Übrigens, ich bräuchte dich wieder in Wien. Wann wärst denn wieder da?

Ich bin wieder in Wien:

Ab morgen (Dienstag). Am besten vormittags, weil am Nachmittag bin ich nicht da. Den Rest der Woche, bis Freitag Mittag, bin ich auch noch oben.

Re: Haarschnitt

> Das gefaellt mir nicht. Jetzt schaust du ja noch juenger aus.

Ja, äh, und? Dass dich alle für den älteren von uns beiden halten, war eh vorher auch schon der Fall. Da brauchst du mir nicht neidig sein drum :-P

> Loesung fuer dein Problem (durch den Bruder mit
> aehnlichen Lebensumstaenden erprobt):
> [snip]

Ich will ja echt nix sagen, aber deine Vorschläge sind genau solche, die die Berechenbarkeit nach unten und den Planungsaufwand in die Höhe treiben. Dismissed.

Bis auf den Hometrainer, aber den hab ich eh schon oben erwähnt (und passt natürlich nicht in mein Heim-Zimmer), und das mit der erstbesten Serie haut so auch nicht hin, weil ich nicht fernsehschau.