Meine aufrichtigsten Entschuldigungen für die zunehmends länger werdenden Blog-Pausen. Als Begründung kann ich nur eins meiner zentralen Mottos anführen: "Zeit hat man nicht, man muss sie sich nehmen".
Dabei passiert eigentlich so oft irgendwas, wo ich mir denke, "Darüber muss ich unbedingt bloggen, das ist jetzt wirklich interessant/wichtig/wasweißich!". Aber ich hab dann trotzdem nicht den richtigen Moment gefunden.
Seit meinem vorigen Blog aus Glasgow ist ja wirklich irrsinnig viel passiert (kein Wunder, es sind eineinhalb Monate vergangen):
Und so weiter. Hätte ich nicht so lange gewartet, es wäre ein Vielfaches dieser Kurzfassungen rausgekommen. Aber wie's halt ist, verhält sich das Verhältnis der Blogeinträge zum real life halt ziemlich indirekt proportional. Gute Ausrede, gell? Also, beim nächsten Mal muss ich dann wieder direkt hergehen und gleich bloggen, wenn es noch aktuell ist.
Hallo dort unten,
in Glasgow war am Samstag ein überaus terroristischer Anschlag auf den Flughafen (Fotos auf derstandard.at), weswegen ihr euch sicher unglaubliche Sorgen um mich gemacht habts, richtig? Richtig. Hätte ja sein können, dass ich grad in besagtem Terminal gestanden war, wo Zeugenberichten nach zufolge einer der zwei Autofahrer "Allah!" geschrien haben soll, während deren Auto mit filmreifer Explosion ins Gebäude gekracht ist. Verletzt wurde keiner, außer die Insassen selbst, und vielleicht war's ja sowieso nur eine infunktionale Bremse oder Lenkung, die besagtes Großereignis verursachte. Jedenfalls haben sie dann den Flughafen zuerst für sieben Stunden gesperrt, dann evakuiert, und mittlerweile sind sie schon wieder fleißig am Fliegen und haben Autoverbot in der Nähe der Terminals eingeführt.
Auswirkungen auf die aKademy? Keine, außer für einen: Troy Unrau, seines Zeichens fleißiger KDE-Reporter, saß in einem gerade angekommenen Flugzeug, als das Ganze vor sich ging. Der hat zwar von den Unannehmlichkeiten leicht genervt, aber mit journalistischem Ehrgeiz beseelt einen siebenseitigen Erlebnisbericht aus erster Hand geschrieben, in dem vor allem die Security ihr Fett weg bekommt. Mit ein bisschen Glück bringt er das Ganze in irgendeine Zeitung und kann als Bezahlung möglicherweise die Sichtbarkeit des lokalen KDE-Events verbessern. Das hat er zumindest gestern beim Abendessen gemeint.
Die aKademy selbst?
Ja, die ist seit nunmehr zwei Tagen voll am Laufen. Gestern und vorgestern war die eigentliche Konferenz mit allen möglichen Keynotes und Vorträgen - teilweise recht interessant, teilweise wirklich ziemlich interessant. Ich hab mich schon mit einer guten Zahl an KDE-Leuten (und einem besuchenden GNOME-Entwickler) über unterschiedliche Sachen unterhalten, soweit war der straffer durchorganisierte Teil der aKademy schon mal ziemlich lässig. Höhepunkte des bisherigen Geschehens umfassen die Mitwirkung an einer Reihe interessanter Diskussionen:

Seitens des traditionellen Sponsorings gabs dieses Jahr das beste Geschenk ever, nämlich einen bootfähigen USB-Stick von und mit Mandriva Linux, mit einem insgesamten Datenvolumen von 2 GB, bzw. 1.3 GB wenn man das Betriebssystem vom Speicher abzieht. Extrem lässig. Da kann ich nur über meine Nachlässigkeit froh sein, andernfalls hätte ich mich drüber ärgern müssen, schon einen neuen Stick gekauft zu haben. Außerdem gab's einen ebenso lässigen KDE-Becher:

Wir haben jetzt sogar Internet, was unter anderem bedeutet, dass ich ab jetzt auf dem Laufenden bleiben und euch auf dem Laufenden halten kann. Wuhu, Internet. Yay.
Umfeld
Das Youth Hostel ist auch voll in Ordnung - um Klassen besser als das in Dublin, quasi überhaupt nicht vergleichbar. Waren wir damals in Zimmern zu mindestens acht Leuten zusammengepfercht und mussten Dusche und Klo am Gang benutzen, so sind es diesmal gemütliche Viererzimmer mit Dusche und Klo integriert, und sogar einem Tisch. Das Leitungswasser trinkt man trotzdem besser nicht, aber zumindest ist die Konferenzlocation in der University of Strathclyde mit allgegenwärtigen Vending Machines versehen, aus denen man gratis Wasser abzapfen kann.
Glasgow finde ich unheimlich sympathisch, außerdem regnet es gar nicht so stark wie befürchtet. Meistens, halt. Im Gegensatz zu Dublin gibt es einen Haufen unterschiedlicher Restaurants, in denen man von schottischem Essen über indisches, chinesisches und italienisches Essen bis zu Fast Food traditioneller Machart so ziemlich alles bekommt, auf was es den hungrigen Magen lustet. Nur das Bier ist zum Vergessen. Wäh, Ale. Und das Guinness hat mir auch schon mal besser geschmeckt. Geschäfte haben erwartungsgemäß um einiges länger offen als die heimischen.

Die Straßen sind voll mit streundenden Partytigern, oder zumindestens wars am Samstag so. Selbst bei relativ kaltem Regen sind erstaunlich viele Mädels mit erstaunlich leichter Bekleidung unterwegs, und diejenigen, die wahllos wildfremde Konferenzbesucher zum Spaß küssen, sind offensichtlich auch nicht allzu selten. (Anzahl insgesamt bisher: 2, davon selber involviert: 1.)
Ausblick
Also, nachdem jetzt die Vorträge und so vorbei sind, findet in diesem Moment grad das jährliche Meeting des KDE e.V. statt, bei dem ich ja bekanntlich kein Mitglied bin (und auch nicht unbedingt vorhabe zu werden), und so hab ich diesen Tag quasi frei, es ist auch sonst nicht wirklich was für heute geplant. Ich werd mich deshalb noch ein paar Stunden meinem Summer-of-Code-Projekt für Drupal widmen... das ist zwar für die aKademy nicht ganz passend, aber aufgrund der herannahenden Zwischendeadline trotzdem notwendig.
Ab morgen gehen dann die BoF (Birds of a Feather) Sessions los, bei denen in freierer Diskussion an bestimmten Themengebieten gearbeitet wird, und ab morgen schau ich mir dann auch die Umbenennung der KDE4-Icons (meine Haupttätigkeit für diese aKademy) und vielleicht irgendwann noch ein paar Verbesserungen am KDevelop Parsergenerator namens "kdev-pg" an. Je nachdem wie's sich so mit der Zeit ausgeht.
Jetzt widme ich mich aber zunächst einmal der mittäglichen Essenszufuhr, um danach wie angekündigt fortzufahren. Vielleicht meld ich mich nochmal. Bis dann!
Update: Mittlerweile ist auf KDE Dot News auch schon ein erster richtiger Artikel mit Gruppenfoto aufgetaucht, weitere Artikel werden unzweifelhaft in den nächsten paar Tagen folgen.
Update 2: Nachdem ja jetzt das Internet auch geht, gibt's mittlerweile eine gute und steigende Anzahl an Blogposts von anderen KDE-Leuten auf der Konferenz hier, die in der Gesamtheit einen guten Überblick über sämtliche Geschehnisse liefern sollten. Lest nach auf Planet KDE!
Letzter Eintrag: 15. Mai. Oh mein Gott, bin ich nachlässig. Während Spekulationen über die Ursache des Mangels an Blogeinträgen durchaus fehlgeleitet sein können (einmal musste ich den Titelklassiker bemühen, und jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür), bewahrheitet sich die Bauernweisheit der altehrwürdigen Vorväter, dass sich die Anzahl der Artikel indirekt proportional zur tatsächlich produktiv verbrachten Zeit verhält.
Sprich, mein letztes Monat dieses Semesters kam mir ähnlich produktiv vor wie die drei vorigen zusammen (ein Fakt, der natürlich gegen meine Konsequenz beim Studieren spricht), und die paar Prüfungen und Übungen, die ich zum Fertigmachen hatte, sind blendend über die Bühne gelaufen.
Mein Google-Summer-of-Code-Projekt hat mit viel Elan gestartet (siehe meine wortgewaltigen Kreationen auf groups.drupal.org), kam aber in den letzten zwei Wochen nahezu zum Erliegen, weil die diversen Uni-Sachen viel Zeit in Anspruch genommen haben. Auch wenn die Stundenausbeute an Lehrveranstaltungen dieses Semesters nicht allzu glorreich ausfallt.
Der restliche verbleibende Zeitpuffer wurde durch Feiern am laufenden Band verbraucht... und das ist gut so! Meine aktuelle Problemstellung ist also, bis zur mid-term-Deadline am 9. Juli noch ein brauchbares Zwischenergebnis für mein Summer-of-Code-Projekt hinzukriegen. Das besteht aus genau einer Schwierigkeit:
aKademy!
That's right Leude, morgen flieg ich nach Glasgow auf die KDE-Konferenz. Diesmal wird's richtig supercool, vor allem auch weil ich einen Plan hab, was ich dort alles anstellen werd. Seit heute weiß ich auch, wer alles in meinem Youth-Hostel-Zimmer residieren wird, durchgängig sympathische Persönlichkeiten:
Zusammen mit den ganzen anderen Leuten, die ich teilweise schon vom letzten Mal in Dublin (und zu einem geringeren Teil sogar schon von vor zwei Jahren in Málagà) kenne, wird die aKademy diesmal spektakulär. Ganz zu schweigen von KDE 4, das tatsächlich ähnlich toll zu werden scheint, wie es ursprünglich angekündigt und von mir zuweilen mit leichter Skepsis beäugt wurde. Die guten Zeiten sind im Anrollen! Außerdem:
Das Ende aller Tage
Wobei hiermit nicht der von den Mayas vorausgesagte Weltuntergang im Jahre 2012 gemeint ist, sondern meine Zeit im Studentenheim Burgenland 2, welche seit gestern offiziell abgelaufen ist. Ich bin mitsamt Kegel (jedoch ohne Kind) ausgezogen, wobei ein Teil meines beträchlichten materiellen Besitzes zurzeit in meinem Auto oder im Zimmer des glücklicherweise immer noch absenten Felix weilt. (Keine Sorge, kommt weg, bevor du wieder da bist.)
Es war tatsächlich Zeit auszuziehen. Aber mehr denn je bin ich fix entschlossen, dieses eine Mal meine mühsam (naja...) erarbeiteten Freundschaften nicht durch Nachlässigkeit sausen zu lassen, und ab nächstes Semester regelmäßig in die traditionellen Gaststätten, also hauptsächlich Känguruh und Heimbar, zu pilgern. Wer mag sie nicht, meine wunderbar kompliziert verschachtelten Schachtelsätze.
Die Martina ist nach Japan gegangen (und führt dort ein derzeit sehr reges Dokumentationsblog), der Stefan geht für zwei Monate auf die Alm (auf die Kühe aufpassen und abseits jeglicher Menschenseelen zu sich selbst finden), und auch sonst strömen alle in die Weite, um die Ferien zu zelebrieren und danach wieder nach Wien zurück zu implodieren. Selbst der Felix dürfte Ende Juli wieder in heimischen Gefilden auftauchen.
Was sonst so abgeht
Wah, Stress, der verrucht-allgegenwärtige Stress! Bis zu meiner Abreise morgen um 7:40 müsste ich noch Koffer packen, Wäsche und Trockner ausräumen, ein paar mehr Leute für meine Mittjuli-Feier anrufen (um selbige zu fixieren), duschen, schauen ob die Lilly wieder im Lande ist (das Gerücht geht um), und außerdem noch ca. 2 Tage lang für meinen Google hacken. Wir bleiben gespannt, welches derer sich nicht so ganz ausgeht. Schon erledigt dagegen sind, äh... ... ...ah ja, Frisörbesuch und Mittagessen kochen. Gebratener Leberkäs mit Erdäpfeln, ein Hoch auf die vielseitigen Kochkünste des Jakoben.
Würde also noch gerne mehr erzählen und eineinhalb Monate an Computernews aufholen, aber, leider, geht nicht, vergessts es. Stattdessen freu ich mich auf eine leiberlnde Woche in Glasgow, und gehe zu notwendigeren Tagesordnungspunkten über. Bis dann!
So, das ist jetzt der letzte Eintrag für die nächsten paar Tage, damit hab ich mein Pensum wieder mal erfüllt. (Sorry, es gibt so viel zu berichten!) Erfreuliche Ereignisse sind übrigens wieder stark im Kommen, wie man folgenden Artikeln entnehmen kann:
Red Hat veröffentlicht die "Liberation Fonts"
Die Überlegung war, dass Microsoft das Weiterverbreiten der allgegenwärtigen Schriftarten Arial, Times New Roman und Courier New keiner anderen Organisation erlaubt, und deshalb viele von Windows kommende Office-Dokumente unter Linux nicht originalgetreu ausschauen, weil die Schriftmetriken der frei verfügbaren Schriftarten (also der Platz, den die einzelnen Zeichen brauchen) nicht mit den Windows-Schriftarten übereinstimmt.
Also ist Red Hat jetzt hergegangen und hat eine Schriftarten-Firma damit beauftragt, für diese drei Windows-Schriften einen Ersatz mit gleicher Metrik zu erstellen, folglich schauen die Schriften (zumindest für den Laien wie mich) auch aus wie ein exakter Klon von Arial, Times New Roman und Courier New. Im Blog von Daniel Robitaille (Ubuntu-Mensch) gibt's einen Eintrag mit Screenshots der Schriftarten.
Und das ist eine gute Sache, weil jetzt können wir uns nämlich das Nachinstallieren des msttcorefonts-Pakets sparen, das ein Hintertürl nutzt, um rechtlich einwandfrei die Schriften direkt von einem Microsoft-Server zu installieren. Mit Vista haben sie das Hintertürl sowieso abgedichtet, und die neuen Vista-Schriftarten können wir sich woanders hinschmieren.
Wieder eine Abhängigkeit weniger! Man kann annehmen, dass die Liberation Sans, Liberation Serif und Liberation Mono ab der jeweils nächsten Release in allen Distributionen Einzug findet. (Wem das zu langsam ist, der kann sie jetzt auch schon downloaden.) Danke, Red Hat!
"KDE 4.0-alpha1 released: 'Knut'"
Irgendwann kommt die Zeit, da alle Projekte fertig werden müssen, sonst werden sie nie fertig. Für KDE ist nun die Zeit des Fertigmachens angebrochen, und mit der ersten Alpha-Release beginnt der letzte Anlauf zum Stabilisieren und Fertigmachen von KDE 4.0, der dann bis Oktober oder so dauern wird.
Nett dabei ist, dass es auch eine Live-CD gibt, mit der man den derzeitigen Stand von KDE 4 ohne großartige Installation austesten kann, aber nichtsdestotrotz ist es immer noch eine für die Massen ungeeignete Entwicklungsversion, deren Zielgruppe Programmierer und Tester mit dickem Fell sind. Wer sich also mal einen ersten Eindruck verschaffen will, nur zu, aber auf keinen Fall Schlüsse auf die Qualität der endgültigen 4.0er-Version ziehen.
Wie auch immer, es ist gut zu wissen, dass die Entwicklung halbwegs nach Plan verläuft und KDE 4 großartig wie erwartet sein wird. (Inzwischen bin ich Optimist.) Danke, KDE!
"Digitaler Globus: NASA World Wind als Java-Version"
Dass die NASA eine recht fähige Open-Source-Alternative zu Google Earth hat, dürfte sich inzwischen ja schon ein bisschen herumgesprochen haben. Blöd war bisher allerdings, dass es dieses World Wind nur als Windows-Version gab, was für Leute wie mich, dich oder es nur einen sehr beschränkten Nutzen hatte.
Umso erfreulicher, dass das Programm jetzt auf Java portiert wurde, und letzteres dank der "write once, run everywhere"-Philosophie auch auf Linux, Mac OS, Solaris und den diversen BSDs läuft. Ganz zu schweigen davon, dass Java seit Kurzem selber Open Source ist - Jakoblog berichtete :D
Wer also Java-Anwendungen auf seinem Computer ausführen kann, kann sich ab sofort an NASA World Wind erfreuen. Ich hab's noch nicht ausprobiert, und eigentlich brauch ich so ein Zeugs nicht wirklich, deshalb werd ich schier noch warten, bis es in der nächsten Ubuntu-Release komfortabel paketiert wurde und leicht vom Adept aus installierbar ist. Danke, NASA!
Ja, meine psychische Verfassung war schon mal besser. Ja verdammt, ich bin immer noch im Melancholie-Modus. Nicht mehr so stark wie vor einer Woche, aber immer noch.
Letzte Woche war ich fabelhaft unproduktiv. Große Teile des Montags und Dienstags sind dafür draufgegangen, die total faszinierende Anime-Serie Neon Genesis Evangelion (26 halbstündige Folgen) fast am Stück anzuschauen. Gleich vorweg: ja, das war es wert, und die Serie ist nicht umsonst Kult. Aber sie hat mich arg mitgenommen.
Wie in vielen japanischen Machwerken spinnt sich die Story um einen leicht asozialen Burschen, der mit seinen Mitmenschen und vor allem mit sich selbst wenig anfangen kann und außerdem von einem Vater-Sohn-Komplex der anerkennungssuchenden Natur geprägt ist. Des weiteren drei Mädels mit andersartigen, aber großteils ebenso ausgeprägten Persönlichkeitsstörungen. Und wie es das Schicksal so will, müssen die zusammen die Welt vor einfallenden Riesenmonstern, genannt "Angels", retten, und zwar vom Hauptquartier einer Geheimorganisation aus, die vom Vater des Protagonisten geleitet wird.
Ich will erst gar nicht probieren, den komplexen Plot zu erklären, man muss es einfach selber gesehen haben. Jedenfalls setzt die Serie speziell in den späteren Folgen einen Schwerpunkt auf die Psyche der Charaktere, deren Beziehungen zueinander, und die Unmöglichkeit der menschlichen Existenz. Neon Genesis Evangelion ist von tiefenpsychologischen Elementen und christlich-jüdischen Symbolen durchzogen, dass es ärger nicht mehr geht. Und wirft die essentiellen Fragen wieder auf:
Wie kann ich glücklich sein? Definiere ich mich nur durch meine Umwelt, oder kann ich auch für mich allein stehen? Wie kann ich mich mitteilen? Werde ich geliebt? Ist alles Dasein nur von Leid geprägt; bin ich es wert, auf der Welt zu sein?
Nun neige ich dazu, mich völlig in einer guten Geschichte zu verlieren, und umso mehr, wenn den Protagonisten die gleichen Probleme und Unsicherheiten plagen wie mich selber. Zugegebenermaßen, mein Vater ist kein gefühlskalter Eiszapfen (...zumindest nicht immer), ich bin nicht mehr 14, und muss nicht als Pilot einer mächtigen Riesenkreatur die Welt retten. Aber das Identifikationspotential ist groß, und die Serie hat mich echt mitgenommen. Die Zweifel, was ich mit mir selber anfangen soll, waren überwältigend, und sind bis zu einem gewissen Grad immer noch da.
Hinzu kommt, dass ich die letzten paar Folgen spätnachts am Dienstag geschaut hab, so spät, dass ich dann gleich ohne zusätzlichen Schlaf bis zum Mittwoch aufgeblieben bin. Was meiner Konstitution natürlich auch nicht unbedingt förderlich war. Sprich, ich hab mich erst Donnerstag Nachmittag wieder gefangen, und da war die Studienwoche schon fast aus.
Heute hab ich mir dann noch das alternative Ende der Serie, The End of Evangelion, gegeben - das war auch packend, aber das Schlimmste hatte ich eh schon hinter mir. Der Soundtrack ist übrigens auch fast durchgehend exzellent - bestätigt wieder mal meine hohe Meinung von der Gattung der Computerspiel-Hintergrundmusik- und Filmkomponisten.
Da fallen durchaus sehenswerte, aber weniger in die Tiefe gehende Filme wie Spiderman 3, ebenfalls am vorigen Montag im Kino gesehen, kaum mehr ins Gewicht. In nächster Zeit will ich mir jedenfalls den Fluch der goldenen Blume anschauen, das darf ich auf keinen Fall auslassen. Ansonsten hoffe ich mal, dass derart intensive Videovergnügen fürs erste einmal genug sind, und ich mich diese Woche wieder mehr aufs Studieren und Arbeiten konzentrieren kann.
You looked like a princess the night we met
With your hair piled up high
I will never forget
I'm drunk right now baby
But I've got to be
Or I never could tell you
What you meant to me
I loved you the first time I saw you
And I always will love you Marie
I loved you the first time I saw you
And I always will love you Marie
You're the song that the trees sing when the wind blows
You're a flower you're a river you're a rainbow
Sometimes I'm crazy
But I guess you know
And I'm weak and I'm lazy
And I've hurt you so
And I don't listen to a word you say
When you're in trouble I just turn away
I loved you the first time I saw you
And I always will love you Marie
I loved you the first time I saw you
And I always will love you Marie
...ist mir nur so durch den Kopf geschossen. Hab's in den letzten paar Monaten nicht gehört, aber ein Ohrwurm sondergleichen.
Das Spiel ist unheimlich minimalistisch. Im ganzen Spiel gibt es nur zwei Sorten von Gegnern (die schwächeren und die stärkeren), eine fiese schwebende Hexe, und die zwei Protagonisten. Wobei letztere auch nicht miteinander reden können, weil sie unterschiedliche Sprachen sprechen. Keine Energieanzeige, keine Gespräche mit den überall sonst vorkommenden Dorfbewohnern, keine Charakterentwicklung durch Erfahrungswerte (sieht man mal vom Holzstock ab, das man an einem gewissen Punkt gegen ein Schwert austauscht), keine Endgegner (außer ganz am Schluss) und Zwischensequenzen, die man an einer Hand abzählen kann.
Das hört sich jetzt wie ein total langweiliges Spiel an, aber gerade das Gegenteil ist der Fall.
Kurzfassung des Plots: Ich bin ein zwölfjähriger Bub (Ico) mit Hörnern am Schädel, und mein Dorf, inklusive Eltern, verachtet mich, weil ich dem Dorf der Hörner wegen Unheil bringen soll. Deshalb kommen die Reiter und stecken mich in einen Steincontainer in einem Schloss, auf dass ich dort krepiere. Der Steincontainer lasst sich aber umhauen, was mir potentiell die Flucht aus dem Schloss ermöglicht.
Jetzt ist aber das Schloss nicht nur enorm riesig, sondern auch von einem unüberwindbaren Wassergraben vom Festland getrennt, was die Flucht ziemlich erschwert. Nach kurzer Zeit finde ich außerdem ein Mädel (Yorda), das in einem am Dach hängenden Käfig eingesperrt ist, elfenmäßig leuchtet und eine komische andere Sprache spricht. Von dort kann ich sie zwar runterholen, allerdings wird sie von gespensterhaften Gestalten aus schwarzer Materie verfolgt, die sie zurück in ihre schwarzen Materie-Löcher zurückziehen wollen. Hinzu kommt, dass die Yorda zwar ein paar magische Kräfte hat, mit der sie Portale aufmachen kann, aber dafür ist sie dürr und im Gegensatz zum Ico, der wie nur was durch die Gegend hupft und klettert, relativ ungelenk.
Spielziel ist also einerseits, mit der Yorda an der Hand einen Ausgang aus dem Schloss zu finden - wobei ich für sie mit kniffligen Überlegungen einen Weg finden muss, bei dem kein Entlangklettern an Vorsprüngen oder Hochhanteln an Seilen notwendig ist - und andererseits sie vor den schwarzen Gestalten beschützen muss, die echt bedrohlich sind, auch wenn sie mir als Ico nichts tun können, außer mich für eine Zeitlang umzuschmeißen.
Und die Umsetzung ebendieses Minimalismus ist dabei enorm eindrucksvoll gelungen. Mit den Farben wird sparsamer umgegangen als in den meisten anderen Spielen, aber die dezente, realistisch anmutende Mattheit macht die Mauern, das Gras und das Wasser sehr glaubwürdig. Das Schloss ist ein Ganzes; von außen kann man sehen, wie weitläufig es wirklich ist, und den bisher zurückgelegten Weg erahnen. Die Figuren strotzen nicht vor Polygonen, sind aber so liebevoll animiert und umgesetzt, dass man sich total hineinversetzen kann.
Und wenn ich die Yorda an der Hand halte und mit ihr wohin geh, kann ich durch die Vibrations-Funktion des Controllers ihren Herzschlag spüren. Zwei Außenseiter, die niemanden sonst haben außer sich gegenseitig, und sich noch dazu untereinander kaum verständigen können. Kurzum, das Spiel bringt mich dazu, mich um die Yorda zu sorgen, dass sie (und ich) heil von da rauskommen. Als verhinderter Romantiker nimmt mich das natürlich irrsinnig mit, und folglich platziere ich Ico auf meiner Computerspiel-Romantikskala auf Platz 3, hinter Final Fantasy VIII und Final Fantasy X.
Umso gemeiner, dass ich dann einen Abspann zu sehen krieg, ohne dass es ein Happy End gegeben hätte. So gemein!
Also, so viel zu Ico. Tolles Spiel, schade eigentlich, dass ich so ziemlich der einzige bin, der sich sowas durchnimmt. Und weil meine PS2 auch nach der Veröffentlichung von Wii und PS3 noch lang nicht zum alten Eisen gehört und es noch massenhaft gute Spiele gibt, war ich konsequent und hab mir sogleich das neue Final Fantasy XII zugelegt. Auf den ersten Blick kommt es in bester Final-Fantasy-Tradition daher: opulent, episch und fesselnd. (Ob eine gute Love-Story dabei ist, muss sich aber erst noch weisen.) Und wenn ich das durch hab, gibt es immer noch Okami und Shadow of the Colossus (und vielleicht Kingdom Hearts 2), es wird mir also nicht allzu schnell fad werden ;) Wer mich gut kennt, weiß, dass ich seit jeher ein Faible für Computerspiele habe. Das verfolge ich zwar nicht mehr so konsequent wie zu meinen besten Zeiten (erst diesen Montag wurde unsere ca. 20 Stück große Sammlung an Super-Nintendo-Spielen verscherbelt), aber die Begeisterung über gute Spiele ist die gleiche geblieben.
Computerspiele haben viel mit Filmen gemeinsam: beide erfordern ein Maximum an Kunstfertigkeit und Interdisziplinarität, um dem Konsumenten ein beeindruckendes Erlebnis zu bieten. Sie müssen eine perfekte Mischung aus visuellen Eindrücken, großartiger Musik und durchdachter Handlung aufweisen, dann kann ich mich darin verlieren, als ob es keine Welt um mich herum gäbe. (Bei Spielen kommt noch die Qualität des Gameplays dazu.) Ist einer dieser Komponenten schlecht gelungen, kann man die Gesamtheit des Films oder Computerspiels ebenfalls schmeißen. Mir ist dabei ein mitreißender Plot am wichtigsten.
Der Emil, als selbsternannte Coolness-Instanz (wer's glaubt), kritisiert mich öfters dafür, dass ich mir für meine PlayStation 2 keine Multiplayer-Spiele kaufe, was Gesellschafts-Orgien wie am Wii ziemlich unmöglich macht. Unendlich viele andere Computerspieler frohlocken beim bloßen Gedanken an geniale Multiplayer-Kreationen wie Mario Kart, Goldeneye, Smash Brothers Melee, FIFA, Singstar, oder was es noch alles gibt. Ich kann es ihnen nicht verdenken; spiele sogar selber mit Begeisterung mit.
Allein, das ist nicht das, was mich zum Computerspielen antreibt. Multiplayer-Spiele haben auch ihren Wert, aber der liegt auf einer ganz anderen Ebene, nämlich der zwischenmenschlichen. Die gleiche Ebene, der auch Ereignisse wie Geburtstagsfeiern, Poker- und Schnapsrunden, Billiardabende oder sonstige soziale Betätigungen zuzuordnen sind. Aber ich habe nicht vor, Geld für Konsolen und die dazugehörigen Spiele auszugeben, nur um noch länger vor Bildschirmen zu sitzen als das eh schon der Fall ist.
Computerspiele haben, von vielen Gelegenheits-Spielern unbemerkt, noch eine ganz eigene Qualität, und das ist die Möglichkeit, in die Spielwelt einzutauchen. Eine zweite Identität anzulegen, eine neue Realität aufzubauen: eine, die nichts mit mir als Mitglied der eigentlichen Gesellschaft zu tun hat und nicht mit meinen Freunden oder sonstwem, sondern die nur mir gehört, nur für mich existiert, mit meinen Eindrücken, meinen Entscheidungen und meinen Emotionen. Also nicht "Ich spiele diesen Charakter dort", sondern "Dieser Charakter dort, das bin ich!"
Gesellschaftsspiele können nie diese Intensität erzeugen, das Mitfiebern ist kurzfristig und schnell vergessen. Wenn ich mit Menschen zusammen sein will, warum brauche ich dafür eine Konsole? Ein einziger Augenkontakt ist mir hundertmal lieber. Aber die wirklich intensiven Computerspiele können mir etwas geben, was es in der Interaktion mit anderen Menschen einfach nicht gibt - oder ich es dort noch nicht gefunden habe - und das gibt mir einen Grund, manchmal einzeln (aber in diesem Moment nicht einsam) in einem Zimmer zu sitzen, in den Bildschirm zu starren und wie blöd auf meinem Controller herumzudrücken.
Und nein, darüber hab ich kein schlechtes Gewissen. Viele Leute sehen Computerspiele als sinnlose, teils aggressiv machende Zeitverschwendung. Für mich ist es eine Möglichkeit, um intensiv fühlen zu können, neben all den beiläufigen realen Ereignissen und Interaktionen. Der selbe Zweck, den auch Filme, Musik, und der bloße Gedanke an Liebe erfüllen können. Ich mag vielleicht nicht der Typ sein, der groß über die Welt nachdenkt, oder immer einen passenden Spruch auf der Zunge hat, oder seine Gefühle in angemessener Form ausdrucken kann. Aber die Gefühle an sich sind stark, da bin ich von vielen Seiten her leicht anfällig. Und das ist schon was, wo ich stolz drauf bin.
Also, Computerspiele als Stimulus, als Kick, als Quelle intensiver Emotionen. Wer hätte das gedacht. Ich warte auf ein "Trivial!".
Hab grad keine Lust auf einen großartigen Einleitungstext, kommen wir stattdessen direkt zum Kern der Sache:
"Java SE wird endgültig Open Source unter der GPLv2"
Vor Monaten angekündigt und damals mit ersten freien Veröffentlichungen versehen, hat Sun das Versprechen eingelöst und Java im Rahmen der derzeit laufenden JavaOne-Konferenz endgültig unter die GPL gestellt. Alle Teile konnten sie nicht veröffentlichen, weil sie von anderen Firmen lizensiert wurden, aber die allermeisten sind dabei. Selbst das, was derzeit noch fehlt, kann relativ einfach durch bereits vorhandenen Code der freien Java-Implementation Classpath ersetzt werden.
Insofern kann es also nicht mehr lang dauern, bis das freie Java komplett funktional ist und von Haus aus mit den diversen Linux-Distributionen standardmäßig mitgeliefert wird. Planet Classpath (die Seite mit den gesammelten Blogs der Classpath-Hacker) zeigt den Enthusiasmus der Community, da wird sich also in nächster Zeit einiges tun. Yay für Sun, das war wichtig.
"Intel gibt Startschuss für neue Generation von Centrino-Notebooks"
Genau, wie der Titel schon sagt, bringt Intel das lang angekündigte Update der Centrino-Plattform raus. Das ist jetzt im Prinzip nicht der ganz große Umbruch für Laptops oder so, aber auch keine schlechte Sache: der neue Chipsatz wird wieder ein bisschen mehr Speed und mit ein bisschen Glück auch wieder ein bisschen längere Akkulaufzeiten ermöglichen, das WLAN wird auf das schnelle (und natürlich abwärtskompatible) Draft-N upgedatet und bleibt damit am Puls der Zeit, und die integrierte Intel-Grafik bei den Systemen ohne nVidia oder ATI ist zwar nicht die Offenbarung bei der 3D-Performance, kommt aber wieder mit originalen Open-Source-Treibern für Linux daher und ist damit von Haus aus eine gute Wahl.
Des weiteren will Intel die neue Technik auch vermehrt in Desktop- und Mediacenter-Rechnern einsetzen, was ein erfreulicher Trend im Hinblick aufs Strom sparen und zu leiseren Computern auch im Nicht-Laptop-Bereich ist.
"Linuxtag mit Schirmherr Wolfgang Schäuble"
Das Kuriosum zuletzt. Ich weiß ja nicht, ob's ihr die Eskapaden des aktuellen deutschen Innenministers (CDU) mitgekriegt habts, aber was der in letzter Zeit aufführt, ist nicht mehr schön, und übertrifft in Sachen Grauslichkeit sogar die Fabrikationen seiner Genossin im Geiste, der unsagbaren deutschen Justizministerin Zypries (SPD).
Kann nicht so schlimm sein? Von wegen. Eine kleine Auswahl der in den letzten Monaten in großer Anzahl und kurzem Abstand veröffentlichten Artikel:
Kurz, wenn's nach dem geht, haben wir in kürzester Zeit den Kontrollstaat in voller Blüte.
Umso zynischer, dass ebendieser Schäuble jetzt ausgerechnet den (traditionell Innenministeriums-bedingten) Vorsitz des Linuxtag, also der Messe für Open Source und freie Software schlechthin in Deutschland, übernehmen soll. Wie man im Forum zum heise-Artikel und in der Blogosphäre (z.B. hier oder hier) unschwer erkennen kann, ist die Entrüstung in der Open-Source-Community groß, weil der Schäuble im Prinzip gegen alle Werte steht, die der freiheitsliebenden Community wichtig sind.
Es wird sich zeigen, ob der angekündigte Vorsitz in einer Ausladung des Ministers oder einem Paradeiser-Wettwerfen, kombiniert mit Transparenten und lautstarkem Protest, enden wird.
Aufgrund der hohen Zahl der Spam-Mails, die in letzter Zeit reingekommen sind, war eine weitere Maßnahme notwendig, um ebendiese schon vor dem Posten wieder ein bisschen runterzuschrauben.
Sagt hallo zum sympathischen captcha-Modul, das euch beim Verfassen eines Kommentars eine nicht allzu schwere Rechenaufgabe (...Strichrechnung, nix mit Ableitungen oder Matrixmultiplikationen) stellt. Mit ein bisschen Glück werd ich so die nervigen "(no subject)"-Kommentare los, die mangels Inhalt nicht als Spam erkannt werden.
Ich hoffe, das ist keine zu große Hemmschwelle zum trotzdem Kommentieren - und nebenbei werden eure Mathematikfähigkeiten noch ein bisschen aufgebessert.
Es ist viertel eins, Sonntag nachts. Der Himmel ist dunkel, aber merkbar von den Lichtern der Stadt erhellt, den den Horizont ins Violette tönen. Lila, vielleicht.
Ich rolle mein Keyboard in mein Zimmer, nachdem ich mit dem Andrei und dem Stefan nach Wien gefahren bin. Ich trage die Mistkübeln aus dem Zimmer, auf dass sie morgen ausgeleert werden.
Ein Mädel geht vorbei. Sie erinnert mich an eins, in das ich eine Nacht und die nächsten paar Tage des langsamen Abklingens verliebt war; kurz, inkonsequent und wahrscheinlich einseitig. Ich kann nicht sagen, ob sie es ist - ich habe ihr Gesicht vergessen, wie bei den meisten Leuten, die ich nicht lange und dafür schon länger nicht gesehen habe.
Ich gehe zum Auto zurück, und suche einen passenden Parkplatz außerhalb des Gürtels, finde ihn. Gegenüber geht ein etwas suspekt erscheinender Mann mit Hund den Gehsteig entlang. Ohne Jacke spaziere ich zum Heim zurück.
Mein Gesicht weist ein paar mehr Wimmerl auf als meistens, die Haare könnten eine Portion Shampoo gebrauchen, oder vielleicht einen Friseurbesuch.
Der Himmel ist lila getönt. Von außen untersuche ich die Fenster des Heimes und überlege, wo die Trennlinie zwischen Altbau und Neubau liegt. Mein Standard liegt noch vom Freitag im Postfach, der Aufzug wartet auf mich.
Es ist dreiviertel eins. Ich beginne, ein paar Zeilen für mein Blog in einem linierten A5-Heft handschriftlich festzuhalten. Das Keyboard, immer noch in der Keyboard-Rolltasche eingepackt, lehnt am Kasten hinter mir.
Ok, es lasse das Eichhörnchen sich langsam ernähren. Nach unheimlich langer Pause also ein paar nennenswerte Ereignisse der letzten, äh, Monate? Jaja, wenn man einmal nicht gleich alles postet, was sich tut. Folgende Auswahl ist wegen der langen Zeit seit der vorigen News nur eine lächerlich kleine, keinesfalls repräsentative, subjektiv ausgewählte Auswahl an Artikeln.
Dell-Computer mit vorinstalliertem Ubuntu
Ein kleiner Schritt für Dell, aber ein unheimlich großer Schritt für Linux! Ja, man glaubt es kaum, Dell hat seine Drohung tatsächlich wahr gemacht und wird demnächst auf ausgewählten Systemen Ubuntu (das neue 7.04 "Feisty Fawn") als Betriebssystemauswahl neben Vista und XP anbieten.
Damit ist die nächste Runde im Kampf um die Freiheit eurer Computer eröffnet - das erste Mal, dass ein großer (wenn nicht überhaupt der größte?) Computerhersteller Linux vorinstalliert und mit tatsächlicher Aussicht auf Erfolg auf Desktop-Systemen anbietet. (Auf Servern ist es natürlich schon gang und gebe.) Das ist der offizielle Eintritt von Linux in den Massenmarkt, und mit ein bisschen Glück schauen sich jetzt ein paar mehr Hardwarehersteller an, ob sie nicht doch vielleicht auch Treiber für Linux schreiben oder zumindest mit Hardware-Spezifikationen unterstützen wollen.
Das Angebot dürfte Ende Mai starten, vorerst allerdings leider nur in den USA. Eine weitere Kehrseite dürfte sein, dass mindestens zwei der drei oder vier unterschiedlichen Systemkonfigurationen eine NVidia-Grafikkarte eingebaut haben, die mangels Open-Source-Treiber zwar das Schnellstmögliche, aber nicht ganz das Komfortablste zum Einstellen ist (gell Emil?), und außerdem, wie sagt man so schön, "aus ethischer Sicht verwerflich" :-P ...allerdings, Dell hatte da nicht wirklich eine Wahl, aus ihrer Sicht ist das sicher das Gescheiteste.
Die paar Schönheitsfehler können allerdings den positiven Gesamteindruck nur minimal schmälern, und bisher hat Dell alles in der Form richtig gemacht, wie ich es von ihnen erwartet hätte. Eine Zeitlang muss ich noch abwarten und die Ehrlichkeit bzw. Qualität der Umsetzung aus Erfahrungsberichten evaluieren, wenn's jedoch hinhaut, kann Dell erwarten, dass ich fleißig Dell-Systeme kaufe und empfehle.
Siehe auch die entsprechenden Artikel von heise (Die Woche: Linux für alle!) und Linux.com (Dude, you're getting Ubuntu).
"Gericht schreibt Mobilkom Austria sekundengenaue Abrechnung vor"
"Das Handelsgericht Wien untersagt dem Mobilfunk-Marktführer Mobilkom Austria in einem erstinstanzlichen Urteil, andere als Sekundentakte anzuwenden." Der VKI (Verein für Konsumenteninformation) hat die Mobilkom geklagt, weil die ganzen 60/30, 60/60 und 90/60 Taktungen die wahren Kosten der Telefonate verschleiern und damit die Konsumenten in die Irre führen. Und hat sich in der ersten Instanz durchgesetzt - die zweite folgt zugleich.
Sollte das Urteil bestehen bleiben, können wir erwarten, dass Tarife endlich wieder realistisch beschrieben und ordentlich vergleichbar sind, was eine gute Sache ist. Und zwar nicht nur von der Mobilkom, sondern auch von den anderen Netz-Providern. Vielleicht heben die dann die Tarife wieder ein bisschen in die Höhe (weil sich so niedrige Tarife wie die derzeitigen ohne massive Gegenfinanzierung mit hohen Taktungen kein Provider leisten kann), aber netto wirds für uns nicht teurer werden, nur transparenter.
Es lebe die ehrliche Bezeichnung von Angeboten!
"GMX stellt Multiprotokoll-Messenger bereit"
Den gibt's jetzt also in der Beta-Version. Wie zu erwarten nur für Windows (2000, XP und Vista), aber das wirklich Interessante daran ist, dass der Messenger auf Jabber aufbaut. Als Standard-Protokoll also, das bei der Kommunikation zwischen den verschiedenen GMX-Messenger-benutzenden Leuten zum Einsatz kommt. Darüber hinaus stellt GMX halt auch die sogenannten "Transports" zur Verfügung, mit deren Hilfe man aus Jabber hinaus in andere Netze wie ICQ, AIM oder MSN kommunizieren kann.
Nach Google Talk also der zweite große "hersteller-spezifische" Instant Messenger, der auf Jabber aufsetzt. Und weil Jabber im Gegensatz zu ICQ, AIM und MSN ja bekanntlich ein offenes Protokoll ist, das gleiche Möglichkeiten für alle Instant-Messenger-Programme bietet (und nicht die der einzelnen Hersteller bevorzugt), ist das eine extrem nette Entscheidung von GMX.
Im Übrigen haben sie auch ein "dynamisches" AJAX-Interface für das normale GMX-Webmail herausgegeben, mit dem jetzt á là GMail das Web-Interface mehr wie eine Desktop-Anwendung funktioniert als das bisher der Fall war. Funktioniert allerdings nur ab Firefox 1.5 oder Internet Explorer 6 (blöde Browerbeschränkungen, wäh - nicht einmal den Opera haben sie dazugenommen), und nachdem ich den Konqueror als Browser bevorzuge, können die mich gern haben, ich bleibe bei KMail, danke schön.
Ja, da freuen wir uns wieder, was der Jakob uns für schöne Ereignisse mitteilt. Friede, Freude, Eierkuchen!
Ehrlich, ich habe keine Ahnung, was diese Auswahl an irrwitzigen Zitaten (ahem) darstellen soll, oder welche Hintergründe der Bewerb hat. Werde ich auch jetzt nicht weiter nachforschen. Wäre es nicht durch einen zufällig aufgeschnappten Link, ich hätte nie etwas darüber erfahren. Es folgt eine nur leicht repräsentative, durch eigene Urteilsfähigkeit beeinflusste Auswahl.
Scaling Everest was, by far, the most amazing and transformative experience of my life. Unfortunately, this is a thesis on context-free grammars.
Eve stood there, half-eaten apple in one hand, desire burning in her eyes. Adam screamed “Jesus woman what the fuck have you done?!!”
A giant radioactive werewolf eats DORALEEN while boyfriend CHUCK looks on in horror.
Macht noch viel mehr Spaß, wenn man den Erklärungen des Präsentators folgt :D und fortgeschrittene Englisch-Kenntnisse können auch nicht schaden.
Achja, der Link.
Die Entscheidung steht, der Verlängerungsantrag liegt mit einem "NEIN" in der Heimleitung. Ab nächstem Semester werde ich ein Heimbewohner gewesen sein.
Ausnahmsweise hat das jetzt einmal nichts mit meinen derzeit vermehrt aufkommenden Lebenswandel-Gesinnungen zu tun, sondern ist ursprünglich von der Außenwelt bedingt. Angefangen damit haben die Eltern, welche nach Durchsicht ihrer Kontoauszüge festgestellt haben, dass meine Heim-Miete gar nicht ganz so billig ist. Wenn auch billiger als sonst irgendeine Wohnung, aber so wie wir mit Wohnungen in Wien versorgt sind, ist alles über 0 Euro Luxus und nicht zwingend notwendig.
Achja, Wohnungen, da hatte ich ja in einem Blogeintrag einmal angekündigt, dass ich ein andermal darüber was schreiben will. Na gut, dann ist jetzt also ein andermal.
Was die meisten eh schon wissen ist, dass wir (also, eigentlich die Eltern, aber derzeit auch für uns Söhne verfügbar) in Wien 17 eine Eigentumswohnung haben. Schöner Neubau, 45 Quadratmeter oder so, Garten - wäh, Gartenarbeit -, und was halt noch so zu einer typischen gemütlichen Kleinwohnung dazugehört. Bevor ich ins Heim gekommen bin, war ich eineinhalb Jahre in dieser Wohnung einquartiert, und ungefähr zeitgleich mit meinem Umzug kam der Felix nach Wien, um auch hier zu studieren. Der hat dann die Wohnung übernommen und pflegt sie recht gewissenhaft, wenn er nicht grad in Argentinien auf Auslandssemester herumgurkt. Seitdem bin ich glücklicher Heimbewohner.
Vor nicht allzu langer Zeit sind dann unsere Eltern auf die glänzende Idee gekommen, dass mindestens einer von uns vielleicht doch nicht auf die Dauer in der komfortablen, jedoch platzmäßig beschränkten Wohnung wohnen wollen wird, weshalb es ihnen als gute Idee erschien, mit einer zweiten, größeren Wohnung für unsere Zukunft vorzusorgen. Insbesondere, weil ein hochrangig-häuslbauender Verwandter von uns gerade ein Neubauprojekt (11. Bezirk, Sedlitzkygasse) in Angriff nahm, und sich durch die frühe Information eine kurzfristige Gelegenheit für eine leistbare Genossenschaftswohnung ergab.
Genossenschaftswohnungen: das sind die, wo man 10 Jahre oder was Miete zahlt und danach die Möglichkeit hat, die Wohnung um einen, äh, Spottpreis zu kaufen und danach als Eigentumswohnung weiterzuführen. Dafür braucht man allerdings jemanden, der wohnbauförderungswürdig ist und überdies seinen Hauptwohnsitz in Wien hat. Wer mich kennt, weiß, dass ich kein Wiener bin und im Besonderen auch keiner sein will. Sprich, ich lasse mich von der Irrationalität leiten und verweigere ein "W" auf meiner Nummerntafel, obwohl ich damit billige Semestertickets bekäme und die Wohnung auf mich schreiben könnte. Dem Felix ist das Ganze nicht so wichtig, also wird er die neue Wohnung im Endeffekt kriegen.
Fürs erste bleibt er allerdings in der kleinen Wohnung, weil die nämlich so schön nahe an seiner FH liegt, und ein Umzug in die andere Wohnung ca. eineinhalb Stunden täglich an Hin- und Rückfahrtszeit kosten würde. Stellt sich also die Frage, was mit der neuen großen schönen Wohnung passieren wird, wenn der Felix diese für mindestens zwei Jahre nicht aktiv bewohnt. Bingo? Genau.
Ich konnte mir folglich aussuchen, ob ich noch ein Jahr im Heim bleibe (länger war von vornherein nicht geplant) und dann in die Wohnung geh, oder ob ich den Sprung ins kalte Wasser schon vorher wage. Dazu muss gesagt werden, dass ich sehr am Heim hänge, weil es mir den sozialen Halt gibt, den ich vorher aufs schwerste vermisst hatte. My home is my kitchen, sozusagen. Aus dem Heim ausziehen heißt für mich also nicht unbedingt, aus einem 15qm-Zimmer in eine 90qm-Wohnung umzuziehen, sondern vor allem dass mir die Möglichkeit zum spontanen Zusammensitzen, spontanen Känguruh-Biertrinken, oder sonstigen spontanen Gemeinschafts-Aktivitäten abhanden kommt. Den weisen Worten meines Altehrwürdigen zufolge gab mir das Heim die Möglichkeit, passiv, also ohne Eigeninitiative, zu einem erfüllenden Sozialleben zu kommen.
Mit der aktiven Form habe ich mich immer sehr schwer getan, auch wenn's mir selber enorm wichtig ist. Insofern war die Entscheidung für oder gegen's Ausziehen besonders schwer. Ich hab mich dann nach langen Überlegungen für die Wohnung entschieden, aus zwei Gründen:
Die endgültige Überlegung war dann, dass ich nicht überrumpelt werden will. Dass das Heim nicht trostlos und leer werden soll, während ich noch da bin. Das Heim ist toll, ist mir wichtig, und ich will es so in Erinnerung behalten. Die Schonfrist ist vorbei. Der Versuch, aus der sozialen Isolation mithilfe eines wunderbar geeigneten Hilfsmittels auszubrechen, ist vorbei. Jetzt liegt es an mir, vom passiven in den aktiven Modus zu schalten, und es nicht so weit kommen zu lassen, wie es schon mal der Fall war. Liegt an mir. Bemüh dich, Jakob.
Dazu muss gesagt werden, dass 2007 wie immer das Jahr des Linux-Desktops ist ;) ...nein, aber wirklich, ich finde es interessant, an welchem Knackpunkt sich die Stimmung bezüglich Betriebssystemen zurzeit befindet.
Dazu muss gesagt werden, dass 2007 wie immer das Jahr des Linux-Desktops ist ;) ...nein, aber wirklich, ich finde es interessant, an welchem Knackpunkt sich die Stimmung bezüglich Betriebssystemen zurzeit befindet.
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