Die News zum Mittwoch

Hab grad keine Lust auf einen großartigen Einleitungstext, kommen wir stattdessen direkt zum Kern der Sache:

"Java SE wird endgültig Open Source unter der GPLv2"

Vor Monaten angekündigt und damals mit ersten freien Veröffentlichungen versehen, hat Sun das Versprechen eingelöst und Java im Rahmen der derzeit laufenden JavaOne-Konferenz endgültig unter die GPL gestellt. Alle Teile konnten sie nicht veröffentlichen, weil sie von anderen Firmen lizensiert wurden, aber die allermeisten sind dabei. Selbst das, was derzeit noch fehlt, kann relativ einfach durch bereits vorhandenen Code der freien Java-Implementation Classpath ersetzt werden.

Insofern kann es also nicht mehr lang dauern, bis das freie Java komplett funktional ist und von Haus aus mit den diversen Linux-Distributionen standardmäßig mitgeliefert wird. Planet Classpath (die Seite mit den gesammelten Blogs der Classpath-Hacker) zeigt den Enthusiasmus der Community, da wird sich also in nächster Zeit einiges tun. Yay für Sun, das war wichtig.

"Intel gibt Startschuss für neue Generation von Centrino-Notebooks"

Genau, wie der Titel schon sagt, bringt Intel das lang angekündigte Update der Centrino-Plattform raus. Das ist jetzt im Prinzip nicht der ganz große Umbruch für Laptops oder so, aber auch keine schlechte Sache: der neue Chipsatz wird wieder ein bisschen mehr Speed und mit ein bisschen Glück auch wieder ein bisschen längere Akkulaufzeiten ermöglichen, das WLAN wird auf das schnelle (und natürlich abwärtskompatible) Draft-N upgedatet und bleibt damit am Puls der Zeit, und die integrierte Intel-Grafik bei den Systemen ohne nVidia oder ATI ist zwar nicht die Offenbarung bei der 3D-Performance, kommt aber wieder mit originalen Open-Source-Treibern für Linux daher und ist damit von Haus aus eine gute Wahl.

Des weiteren will Intel die neue Technik auch vermehrt in Desktop- und Mediacenter-Rechnern einsetzen, was ein erfreulicher Trend im Hinblick aufs Strom sparen und zu leiseren Computern auch im Nicht-Laptop-Bereich ist.

"Linuxtag mit Schirmherr Wolfgang Schäuble"

Das Kuriosum zuletzt. Ich weiß ja nicht, ob's ihr die Eskapaden des aktuellen deutschen Innenministers (CDU) mitgekriegt habts, aber was der in letzter Zeit aufführt, ist nicht mehr schön, und übertrifft in Sachen Grauslichkeit sogar die Fabrikationen seiner Genossin im Geiste, der unsagbaren deutschen Justizministerin Zypries (SPD).

Kann nicht so schlimm sein? Von wegen. Eine kleine Auswahl der in den letzten Monaten in großer Anzahl und kurzem Abstand veröffentlichten Artikel:

Kurz, wenn's nach dem geht, haben wir in kürzester Zeit den Kontrollstaat in voller Blüte.

Umso zynischer, dass ebendieser Schäuble jetzt ausgerechnet den (traditionell Innenministeriums-bedingten) Vorsitz des Linuxtag, also der Messe für Open Source und freie Software schlechthin in Deutschland, übernehmen soll. Wie man im Forum zum heise-Artikel und in der Blogosphäre (z.B. hier oder hier) unschwer erkennen kann, ist die Entrüstung in der Open-Source-Community groß, weil der Schäuble im Prinzip gegen alle Werte steht, die der freiheitsliebenden Community wichtig sind.

Es wird sich zeigen, ob der angekündigte Vorsitz in einer Ausladung des Ministers oder einem Paradeiser-Wettwerfen, kombiniert mit Transparenten und lautstarkem Protest, enden wird.