Die News zum Freitag

Ok, es lasse das Eichhörnchen sich langsam ernähren. Nach unheimlich langer Pause also ein paar nennenswerte Ereignisse der letzten, äh, Monate? Jaja, wenn man einmal nicht gleich alles postet, was sich tut. Folgende Auswahl ist wegen der langen Zeit seit der vorigen News nur eine lächerlich kleine, keinesfalls repräsentative, subjektiv ausgewählte Auswahl an Artikeln.

Dell-Computer mit vorinstalliertem Ubuntu

Ein kleiner Schritt für Dell, aber ein unheimlich großer Schritt für Linux! Ja, man glaubt es kaum, Dell hat seine Drohung tatsächlich wahr gemacht und wird demnächst auf ausgewählten Systemen Ubuntu (das neue 7.04 "Feisty Fawn") als Betriebssystemauswahl neben Vista und XP anbieten.

Damit ist die nächste Runde im Kampf um die Freiheit eurer Computer eröffnet - das erste Mal, dass ein großer (wenn nicht überhaupt der größte?) Computerhersteller Linux vorinstalliert und mit tatsächlicher Aussicht auf Erfolg auf Desktop-Systemen anbietet. (Auf Servern ist es natürlich schon gang und gebe.) Das ist der offizielle Eintritt von Linux in den Massenmarkt, und mit ein bisschen Glück schauen sich jetzt ein paar mehr Hardwarehersteller an, ob sie nicht doch vielleicht auch Treiber für Linux schreiben oder zumindest mit Hardware-Spezifikationen unterstützen wollen.

Das Angebot dürfte Ende Mai starten, vorerst allerdings leider nur in den USA. Eine weitere Kehrseite dürfte sein, dass mindestens zwei der drei oder vier unterschiedlichen Systemkonfigurationen eine NVidia-Grafikkarte eingebaut haben, die mangels Open-Source-Treiber zwar das Schnellstmögliche, aber nicht ganz das Komfortablste zum Einstellen ist (gell Emil?), und außerdem, wie sagt man so schön, "aus ethischer Sicht verwerflich" :-P ...allerdings, Dell hatte da nicht wirklich eine Wahl, aus ihrer Sicht ist das sicher das Gescheiteste.

Die paar Schönheitsfehler können allerdings den positiven Gesamteindruck nur minimal schmälern, und bisher hat Dell alles in der Form richtig gemacht, wie ich es von ihnen erwartet hätte. Eine Zeitlang muss ich noch abwarten und die Ehrlichkeit bzw. Qualität der Umsetzung aus Erfahrungsberichten evaluieren, wenn's jedoch hinhaut, kann Dell erwarten, dass ich fleißig Dell-Systeme kaufe und empfehle.

Siehe auch die entsprechenden Artikel von heise (Die Woche: Linux für alle!) und Linux.com (Dude, you're getting Ubuntu).

"Gericht schreibt Mobilkom Austria sekundengenaue Abrechnung vor"

"Das Handelsgericht Wien untersagt dem Mobilfunk-Marktführer Mobilkom Austria in einem erstinstanzlichen Urteil, andere als Sekundentakte anzuwenden." Der VKI (Verein für Konsumenteninformation) hat die Mobilkom geklagt, weil die ganzen 60/30, 60/60 und 90/60 Taktungen die wahren Kosten der Telefonate verschleiern und damit die Konsumenten in die Irre führen. Und hat sich in der ersten Instanz durchgesetzt - die zweite folgt zugleich.

Sollte das Urteil bestehen bleiben, können wir erwarten, dass Tarife endlich wieder realistisch beschrieben und ordentlich vergleichbar sind, was eine gute Sache ist. Und zwar nicht nur von der Mobilkom, sondern auch von den anderen Netz-Providern. Vielleicht heben die dann die Tarife wieder ein bisschen in die Höhe (weil sich so niedrige Tarife wie die derzeitigen ohne massive Gegenfinanzierung mit hohen Taktungen kein Provider leisten kann), aber netto wirds für uns nicht teurer werden, nur transparenter.

Es lebe die ehrliche Bezeichnung von Angeboten!

"GMX stellt Multiprotokoll-Messenger bereit"

Den gibt's jetzt also in der Beta-Version. Wie zu erwarten nur für Windows (2000, XP und Vista), aber das wirklich Interessante daran ist, dass der Messenger auf Jabber aufbaut. Als Standard-Protokoll also, das bei der Kommunikation zwischen den verschiedenen GMX-Messenger-benutzenden Leuten zum Einsatz kommt. Darüber hinaus stellt GMX halt auch die sogenannten "Transports" zur Verfügung, mit deren Hilfe man aus Jabber hinaus in andere Netze wie ICQ, AIM oder MSN kommunizieren kann.

Nach Google Talk also der zweite große "hersteller-spezifische" Instant Messenger, der auf Jabber aufsetzt. Und weil Jabber im Gegensatz zu ICQ, AIM und MSN ja bekanntlich ein offenes Protokoll ist, das gleiche Möglichkeiten für alle Instant-Messenger-Programme bietet (und nicht die der einzelnen Hersteller bevorzugt), ist das eine extrem nette Entscheidung von GMX.

Im Übrigen haben sie auch ein "dynamisches" AJAX-Interface für das normale GMX-Webmail herausgegeben, mit dem jetzt á là GMail das Web-Interface mehr wie eine Desktop-Anwendung funktioniert als das bisher der Fall war. Funktioniert allerdings nur ab Firefox 1.5 oder Internet Explorer 6 (blöde Browerbeschränkungen, wäh - nicht einmal den Opera haben sie dazugenommen), und nachdem ich den Konqueror als Browser bevorzuge, können die mich gern haben, ich bleibe bei KMail, danke schön.

Ja, da freuen wir uns wieder, was der Jakob uns für schöne Ereignisse mitteilt. Friede, Freude, Eierkuchen!

Comments

Linux A1 GMX

Linux weiß ich schon.

A1 is mir momentan wurscht... find ich aber generell gut.

Zu GMX muss ich sagen: Na supi und was bringt mir das jetzt? Kann ich schon lange mit Kopete machen, bzw. in Windows sogar auch irgendwie mit Miranda oder so (mach ich allerdings nicht)

Warum Jabber von GMX eine gute Sache ist

Dass GMX auf Jabber aufsetzt, hat zwei wichtige Positiva (Positivums?):

  • Sie führen nicht noch ein extriges Protokoll ein, das dann weiter zur Aufsplittung der verschiedenen Protokolle und folglich zur Förderung der gegenseitigen Inkompatibilität beitragen würde.
  • Und, ganz wichtig, Jabber bekommt ein bisschen mehr Exponiertheit und Presse, und gewinnt hoffentlich ein paar Marktanteile dazu. Natürlich kannst du schon heute alles mit anderen Clients machen, und die sind besser und offener und alles, aber das hilft trotzdem nicht über den Fakt hinaus, dass ein Großteil der Leute lieber mit Unternehmens-kontrollierten, nicht-standardisierten, alternative-Clients-feindlichen und teilweise komplett geschlossenen (Skype) Protokollen kommunizieren. Das muss geändert werden, und Jabber muss sich durchsetzen, der Gleichberechtigung wegen. Deshalb ist es gut, wenn auch GMX auf Jabber setzt, wurscht wie unnötig ihr Client jetzt sein mag oder nicht.

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