Lieblingsfranzösin

Das ist richtig, ich hab eine neue Lieblingsfranzösin. Auch wenn ich die Émilie Simon immer noch super finde. (Zudem hat die in der Zwischenzeit schon wieder ein neues Album herausgebracht, das ich mir auch noch besorgen muss.)

Jedenfalls, als Resultat meiner derzeit wieder leicht verstärkten Hörtätigkeiten bin ich dem Album "Le Fil" ("Der Faden") der Camille total verfallen. Wahnsinnig gut. Sowohl die Musik als auch die Texte sind gleichermaßen emotional, blitzgescheit, kraftvoll, melancholisch und übermütig, kurzum, einfach nur umwerfend. (Wegen meinem total eingerosteten Französisch musste ich für die Texte allerdings diverse Lyrics-Seiten in Kombination mit Google Translate bemühen. Man sollte eigentlich allen Leuten Sprachen mit Themen beibringen, die sie toll finden.)

Im Übrigen bestätigt das Album wieder mal die von irgendjemand geäußerte These, dass die menschliche Stimme das für Menschen zugänglichste und emotional am meisten bewegende Instrument ist.

Zugegebenermaßen, andere Bands machen auch gute Musik: Das letzte Zero 7 Album ("The Garden") ist um Einiges besser als das vorhergehende, Zita Swoon als belgische Gitarrenband spielt in der gleichen Klasse wie dEUS, Feist ist gewohnt gut, der Samurai-Champloo-Intro-Rap (von Nujabes) sehr smooth, und vom Felix gibts demnächst Psapp und Justice, was bei kurzen Hörproben ebenfalls sehr vielversprechend klingt. Dan the Automators Album "Music to make love to your old lady by" (herausgebracht unter dem Pseudonym "Lovage") hab ich mir auch endlich angehört, und ist auch ziemlich lustig.

Am Mittwoch war ich außerdem im WUK, wo das Cinematic Orchestra aufgespielt hat. Dem Stefan hats weniger gefallen, während Felix, Pia und ich einen recht guten Eindruck mitgenommen haben. Ich darüber hinaus auch noch zwei CDs mit Unterschriften. Und mittlerweile hab ich auch kein Problem mehr damit, als zuckender Epileptiker wahrgenommen zu werden, so lange der Groove stimmt :D

Ist aber alles Krimskrams gegenüber dem Zeugs von der Camille. Ich hatte Französisch nie für eine besonders interessante Sprache gehalten, aber mit diesem Album revidiere ich meine Meinung und behaupte das Gegenteil. Ich würde jetzt noch gern ein paar mehr Superlative für "Le Fil" zum besten geben, aber ich denke, der Punkt kommt rüber.

Und während meine musikalische Affinität zu mehr Ausgewogenheit zwischen Dur und Moll tendiert, laufen die Decemberists beim Wien-und-zurück-Fahren im Auto auf und ab. Die Platte lasst sich auch irgendwie nicht unterkriegen.

Oh, und eins noch: morgen spielt Menomena im Chelsea! Ja, richtig, Menomena! (wer?) das abgefahrene Trio aus Portland, Oregon, von denen mir der Felix anno dazumal die phänomenale Debütplatte "I am the fun blame monster" mitgenommen hat. Also: Musik, Musik, Musik!