Die Ferien in ihrer derzeitigen Form lassen sich einfach nicht unterkriegen. Mit Verlaub, ich wage zu behaupten dass ich noch nie so gute Ferien hatte wie die gerade aktuellen. Ihr wollt Beispiele? BEISPIELE wollt ihr? Bitteschön!
Dienstag
Der Universitäts-Assistent mit dem lustigen Namen, Amin Anjomshoaa, sagt mir per Email quasi für ein Praktikum zu. Ist noch nicht ganz fix, aber so gut wie. Das nette dabei ist, dass ich während des Praktikums dann an etwas arbeiten kann, das eine Erweiterung für mein (interessantes und mittlerweile erfolgreich abgeschlossenes) Google-Summer-of-Code-Projekt darstellt. Dem nicht genug, krieg ich dann ca. die Hälfte des Praktikums von meiner Firma als reguläre Arbeitszeit bezahlt, weil selbiges Projekt auch in deren Interesse liegt.
Apropos Firma: Hab ich schon erwähnt, dass ich seit knapp zwei Wochen echte kommerzielle Visitenkarten hab? Dürften ca. 300 Stück sein, mit Pro.Karriere-Logo und meinem Namen inkl. Position ("Entwickler", yay), vorne Englisch und hinten Deutsch. Oder umgekehrt, je nachdem.
Mittwoch
Seit längerem wieder ein Abend voller Bierkonsum im Känguruh, mit meinen netten (Ex-)Heimstockis. Obwohl ich eineinhalb statt nur einer Stunde zu spät gekommen bin (ÖBB! ÖBB!) hat die Christine extra noch auf mich gewartet, um sich gleich darauf auf den Heimweg zu machen. Sehr positiv! Beim Bier selber war ich dann so schnell, dass ich die ganzen Gemütlichkeitstrinker mengenmäßig fast noch überholt hätte. Ist sich dann aber wegen der letzten U-Bahn nicht mehr ausgegangen. Selbige hab ich dann auch nicht mehr ganz erwischt, und die Nightline hat auch einen leicht suboptimalen Fahrplan, so dass ich im Nieselregen nach Hause gestapft bin. Jedoch, durch sowas lasst sich ein Jakob natürlich nicht unterkriegen! Den Felix hab ich dann übrigens nicht aufgeweckt, weil er eh noch vorm Computer gewerkelt hat.
Donnerstag
Da ich am Vortag vergessen hatte, dem Felix die ihm mitgebrachten Unterlagen für die neue Wohnung zu überreichen (Bierkonsum, und stuff) und er am nächsten Tag schon auf ist, als ich noch bärig vor mich hingeschnarcht hab, erforderte die Situation ein persönliches Vorbeischauen in die Wohnung. Die Küche war grad am Beginn ihrer Errichtung, und auch sonst ist die Wohnung sehr lässig. Bis auf schlampiges Arbeiten insbesondere vom Fliesenleger, aber auch ein bisschen vom Maler.
Weil sowohl der Felix als auch ich einen Haufen Sachen zu tun hatten (Felix: lernen für die Englisch-Diplomprüfung am Montag, ich: arbeiten für die firmeninterne Projektmanagement-Website), wussten wir nichts Besseres zu tun als uns in aller Seelenruhe einen Kinoabend zu buchen. Dass der Felix wieder zu Hause ist, hat auch seine guten Seiten (wenige, aber doch): endlich ist nämlich wer da, mit dem man sich den neuen Tarantino, "Death Proof", vernünftig anschauen kann. Wie bei jedem guten Tarantino zu erwarten, war der Film eine äußerst gelungene Mischung aus Action, Blut, Humor (noch mehr als sonst immer) und einer großen Portion Scheißdrauf. Der Schluss war zum Kugeln. Göttlich.
Freitag
Das wöchentliche Firmen-Freitagsmeeting war diesmal schon um 11 statt um 1 Uhr angesetzt, weil wir nämlich danach einen Ausflug ins Metalab gemacht haben. Das ist ein Verein genauso wie eine Lokalität neben dem Wiener Rathaus, wo sich ein paar Computermenschen einen gemütlichen Platz gemacht haben und wo immer wieder was passiert. So Leute mit ähnlichem Interessenskreis wie ich: Hackerethik, privacy, security, open source, sowas in die Richtung. Womit man natürlich annehmen kann, dass ich mich dort wohlgefühlt haben sollte wie der Pudel im Wasserbett, und genauso war dem dann auch!
Es gab am Freitag einen Vortrag zum Thema "Semantic Desktop" (inkl. dessen Grundlagen vom Semantic Web), und der lief aber sowas von chaotisch ab: der Vortragende (Leo Sauermann) ein forschender Fachkaliber europäischer Güteklasse, der unter anderem das auch in KDE 4 umgesetzte Nepomuk-Projekt initiiert hat - ließ sich aber immer wieder durch diverse Vorkommnisse ablenken. Auszug aus dem lustigen Irritationsprotokoll:
Kurz gesagt, eine Heidengaudi. Nach dem Vortrag gabs geburtstagsmäßig spendiertes Freibier, Chips und eine Wuzelrunde mit Criz, Cedric und noch wem, und ich hab beide Runden (bei welchselndem Spielpartner) gewonnen. Juhuu!
Samstag
Die interne Tennismeisterschaft ist in der zweiten bzw. dritten Runde angelangt, und nachdem ich die erste durch ein terminbedingtes w.o. meines Kontrahenten durchgestanden hab, darf ich in der zweiten gegen den Lazarus Josef spielen. Richtig, der Lazer Josef, welcher mich vor zwei Jahren wie nur was in Grund und Boden gespielt und danach auch noch die interne Meisterschaft gewonnen hat. Nunja, so ändern sich die Zeiten! Der Josef leidet zwar noch an den Nachwirkungen einer Athritis und spielt deshalb seit ein paar Monaten zum ersten Mal, ist aber immer noch stark. Ich hab mich offensichtlich gebessert und verhau viel weniger Bälle als vor nicht allzu langer Zeit.
Jedenfalls, ein wahnsinnig lässiges Match. Ich war so gut, dass ich fast gewonnen hätte. War dann zwar nicht (6:3, 7:5 fürn Josef), aber Menschenskind! bin ich gut.
usw. usf.
Ich könnte ewig so weitermachen. Oder zumindest bis heute, was noch drei Einträge mehr sind. Zum Beispiel ist der Stefan von der Alm und die Martina wieder aus Japan zurück, und wir kriegen in der neuen (und auch in der alten!) Wohnung ein aktioniertes chello-Breitband. Oder dass ich Zita Swoon entdeckt hab, und die sind ähnlich cool wie dEUS. Oder dass ich Samurai Champloo immer noch super finde. Oder dass ich mit Stefan und Lilly aus war und das megalomanische Ritzinger Sportzentrum zum ersten Mal gesehen hab und es einen total gemütlichen Platz zum Zusammensetzen darstellt, wenn Oberpullendorf einmal zu überfüllt und Deutschkreutz zu deutschkreutzisiert ist. Oder dass ich Geheimnisse anvertraut krieg, die ich unter keinen Umständen weitersagen darf.
Na, ist das Leben lässig? Schon, oder?
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