Die Osterferien haben also offiziell angefangen, und wie man im letzen Blog-Eintrag unschwer erkennen konnte, bin ich soweit ganz zufrieden mit dem, was ich so zusammengebracht hab.
Die letzte Zeit im Heim vor der Abreise, also Freitag Abend und Samstag Früh, hat mir eher nicht zugesagt. In der (direkt vor meiner Zimmertür befindlichen) Heimküche war ein lautstärkemäßig deutlich vernehmbares Festl im Gange, und das war mir durchaus sehr unangenehm. Mit Rock- und Punkmusik im Dauerlauf, mit diversen Leuten, die manchmal vor die Küchentür gegangen sind, um sich weniger nette Dinge zu sagen, und vor allem mit einem Haufen Leute, die nicht oder nur ziemlich indirekt zur Stockgemeinschaft gehören.
Fast möchte ich sagen, es war das erste Mal, wo ich mich nicht in die Küche getraut hab: das war nicht die Gesellschaft, in die ich mich die ganzen Jahre eingelebt hatte. Das war nicht mein Stock. Mein Stock genießt mit Stil. Mein Stock feiert durchaus die Nacht durch, aber in der Früh ist die Küche wieder still und friedlich, wenn auch manchmal verwüstet. Parties gehören in die Nacht, und etwaige von außerhalb kommende Besucher sollen entweder wieder dort sein, von wo sie kamen, oder den Brachialmodus vom Vorabend nach dem Aufstehen wieder ablegen.
Fehlanzeige. Die Werbegeschenk-Müsliriegel, die ich vor meiner zweiwöchigen Ferienreise noch der Stockgemeinschaft spendieren wollte und vor die Küchentür gelegt hatte, weil ich selbige nicht betreten wollte, waren ein paar Minuten später an den hinteren Rand des Gangs gekickt. Samstag, 11:00, mit Verlaub. In meinen vor die Zimmertür gestellten Plastikmüllkübel wird rücksichtslos eine Kartonpackung hineingestopft. Und das Gegröhle und die laut aufgedrehte Musik geht bis halb eins ohne absehbares Ende weiter. Kurz, das alles hat mich so angeekelt bzw. verschreckt, dass ich das Heim ohne Frühstück verlassen hab.
Nicht, dass ich nicht ein paar Stimmen eh gekannt hätte, die mir sonst auch untertags in der Küche unterkommen. Aber die Wandlung vom zivilisierten heiteren Beisammensein zur rücksichtslosen Rowdytruppe hat mich arg mitgenommen. Mit Sicherheit ärger als den Didi, der beim Heimkommen von seinem (Real-)Rollenspiel-Wochenende eine ziemlich verwüstete Küche vorgefunden hat.
Das Heim ändert sich. Die Stockgemeinschaft ist dabei, sich in zwei Gruppen zu teilen, und ein guter Teil der Leute, die das Heim für mich ausmachen, sind kurz vorm Fertigwerden.
Die Zeiten, in denen ich am Heim und seinen Bewohnern hänge, neigen sich dem Ende zu, wie auch das Ende meines eigenen Studiums in nicht mehr allzu weiter Ferne liegt. Zeit, nach einem Plan B Ausschau zu halten.
Comments
Das Ende
Hört sich ja schlimm an. Aber irgendwann hört das Studium auf. Ein Glück dass wir genug Wohnungen in Wien haben, so dass du nicht nach Hause zurück musst.
Ich fühle mit dir
Hatte am Samstag vormittag dasselbe Vergnügen und wollt auch gar net wissen, wer da mit wem was wieso nicht gemacht hat, was ja trotzdem lautstark diskutiert wurde.
Was den Rest angeht: wenn sich alles langsam auflöst und sich auch keiner mehr findet, der im Sommer seinen Garten für ein Wochenend für ein paar Verwüstungen zur Verfügung stellt, finden sich hoffentlich trotzdem noch Abende, Leute, ein Tisch und Spielkarten oder ähnliches zusammen :)
Was den Rest angeht
Also das mit dem Garten sollte sich durchaus noch machen lassen :D